Nach dem EU-Videogipfel nimmt der Streit über gemeinsame Schulden in der EU neue Fahrt auf. Die Grünen forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag auf, den Widerstand gegen Corona-Bonds aufzugeben. EU-Parlamentspräsident David Sassoli kritisierte „Kurzsichtigkeit und Egoismus einiger Regierungen“. Italien, das von der Corona-Krise schwer gezeichnet ist, fühlt sich im Stich gelassen. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Donnerstagabend nicht auf finanzpolitische Krisenhilfen einigen können.
Lufthansa hat Kurzarbeit für tausende Mitarbeiter in Deutschland angemeldet. Geplant sei dies für rund 31 000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit.
Der Reisekonzern Tui soll im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts wegen der Corona-Pandemie staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Man habe nach der Beantragung nun eine entsprechende Zusage der Bundesregierung erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW. Das Unternehmen dürfe während der Laufzeit des neuen Darlehens keine Dividenden auszahlen.
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fordert eine Strategie für die Zeit nach der Corona-Krise. „Wir haben erlebt, wie schnell es gegangen ist, eine laufende Wirtschaft nahezu zum Erliegen zu bringen. Jetzt erwarten wir von den politisch Verantwortlichen, ein Szenario vorzulegen, wie und vor allem wann die Wirtschaft wieder ins Laufen gebracht werden soll“, sagte der GVB-Chef Jürgen Gros in München.
Auch die Mitarbeiter von Aldi erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Die Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Freitag an, dafür insgesamt 20 Millionen Euro auszugeben. Zuvor hatten Rewe, Lidl, Kaufland und Real Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter angekündigt.
Zu unserem Bericht „Gefährliche Enge im Flugverkehr“ in der Mittwochsausgabe weist die Flughafen München GmbH (FMG) darauf hin, dass es sich beim Unternehmen, das den Bustransport mit 60 bis 70 Fahrgästen durchgeführt hat, nicht die Flughafeneigene Tochtergesellschaft AeroGround handelt, sondern um deren Wettbewerber Swissport Losch. Am Flughafen sollen, so die FMG, Gelenkbusse mit 100 Plätzen derzeit nicht mehr als 40 Passagiere befördern, kleinere Busse nicht mehr als 20.