Während einige große Unternehmen Mietzahlungen eingestellt haben, bekräftigt Siemens-Chef Joe Kaeser die Zahlungsbereitschaft seines Konzerns in der Corona-Krise. „Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings fügte er auch hinzu, man werde sich im Fall, dass eine der beteiligten Seiten Probleme habe, „zusammensetzen und sehen, was wir tun können“.
Wer wegen ausbleibender Einkünfte infolge der Corona-Pandemie kein Geld für Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet hat, kann die Zahlung vorübergehend bis zum 30. Juni 2020 aussetzen, erklärt die Verbraucherzentrale. Dieses Recht gilt für Verträge, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden. Die Zahlungen werden aber nicht erlassen, sondern nur aufgeschoben. Wichtig zu beachten: Verbraucher müssen ausdrücklich darauf hinweisen, dass ihre Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der Corona-Krise bestehen.
Der Lebensmittelhandel muss bei der Werbung für pfandpflichtige Getränke nicht deren Gesamtpreis inklusive Flaschenpfand angeben. Nach deutschem Recht sei die Einbeziehung des Pfands in den Gesamtpreis weiterhin unzulässig, urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Köln in zwei am Montag veröffentlichten Entscheidungen. Die Richter wiesen damit die Klagen eines Wettbewerbsverbands gegen Handelsketten zurück (Az. 6 U 89/19, 6 U 90/19).
Am deutschen Aktienmarkt haben Anleger wieder etwas Mut gefasst. Nachdem der deutsche Leitindex Dax schwach in den Tag gestartet war, arbeitete er sich bis zum Börsenschluss in den Gewinnbereich vor und schloss mit einem Plus von 1,90 Prozent bei 9815,97 Punkten. In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Beginn des Corona-Crashs am 24. Februar einen Gewinn verzeichnet. Dennoch summiert sich das Minus seitdem immer noch auf fast 30 Prozent. In den vergangenen Tagen hätten die Aktienmärkte eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gegenüber schlechten Nachrichten entwickelt, schrieb CMC-Marktexperte Jochen Stanzl in einem Kommentar. Man dürfe dabei aber nicht vergessen, „dass wir uns trotz aller Corona-Panik gerade in einer saisonal sehr starken Zeit befinden, in der Aktien normalerweise steigen“, so Stanzl. Marktanalyst Timo Emden vom Analysehaus Emden Research empfiehlt Anlegern, sich deshalb auf eine weiter hohe Volatilität einstellen. „Die derzeitigen Schwankungen am Markt sind nichts für schwache Nerven“, sagte er.