BMW verlängert Produktionsstopp

von Redaktion

Mindestens bis 30. April – Absatz-Einbruch

München – BMW hat den Produktionsstopp in seinen Werken in Europa und Nordamerika bis Ende April verlängert. Wegen der Corona-Pandemie sei „mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten“ zu rechnen, hieß es. Weil die Autohäuser geschlossen seien, „wird es noch länger dauern, bis die Märkte sich wieder erholen“.

BMW hatte seine Werke in Europa, Südafrika und Mexiko bereits Mitte März herunterfahren, das Werk Spartanburg in den USA folgte Ende März. In diesen Werken werde im April kein Auto und kein Motorrad gebaut, sagte ein Sprecher. Am größten BMW-Standort Shenyang in China laufen die Bänder seit Mitte Februar wieder.

In Deutschland sind rund 20 000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Und zwar an den Standorten Regensburg, Dingolfing, Leipzig und München. Große Einkommenseinbußen müssen sie aber nicht hinnehmen. Das Kurzarbeitergeld, das 60 Prozent des Nettolohns beträgt (67 Prozent bei Kindern im Haushalt), wird von BMW auf 93 Prozent aufgestockt, so der Münchner IG-Metall-Bevollmächtigte und BMW-Aufsichtsrat Horst Lischka gegenüber unserer Zeitung.

Mehrere tausend Mitarbeiter nutzten den Produktionsstopp aber für Umbauten in den Werken, teilte der Konzern mit. In München und Dingolfing werden die Bänder für den Anlauf der Elektroautos i4 und iNext im kommenden Jahr vorbereitet. In Landshut und Wackersdorf läuft die Komponentenfertigung weiter. Das Motorenwerk im österreichischen Steyr, das Motoren auch für China baut, soll nach derzeitigem Plan bereits am 18. April wieder in Betrieb gehen.

BMW hatte zuvor von einem Absatzeinbruch berichtet: Von Januar bis Ende März wurden 477 111 Autos verkauft und damit 20,6 Prozent weniger als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Die Corona-Pandemie habe im Februar den Absatz in China (– 31 Prozent) einbrechen lassen, im März dann in Europa (– 18 Prozent) und den USA (– 17 Prozent), teilte der Konzern mit. „In Europa sind derzeit rund 80 Prozent aller Händlerbetriebe geschlossen, in den USA sind es circa 70 Prozent.“ In China sehe man aber bei starkem Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung. Wichtig sei jetzt vor allem, die Gesundheit der Mitarbeiter, die Liquidität und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Im Kampf gegen Corona erwägt BMW übrigens selbst Atemschutzmasken herzustellen. Zudem will man sein weltweites Lieferantennetz nutzen, um Masken und weitere medizinische Ausrüstung“ zu beschaffen. wdp, dpa

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