Ifo-Chef: „Krise raubt mir den Schlaf“

von Redaktion

München – Ifo-Präsident Clemens Fuest hat für gezielte Hilfen für Firmen in Not plädiert. Steuersenkungen für alle und breit angelegte Konjunkturprogramme dagegen seien wenig sinnvoll, sagte der Münchner Wirtschaftsprofessor im Bayerischen Rundfunk. Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich noch ein Jahr lang auf Einschränkungen einstellen. Deshalb sollten geschlossene Betriebe weiterhin Überbrückungshilfen bekommen. Unternehmen, die arbeiten dürfen, aber unter schwacher Nachfrage leiden, sollten von der öffentlichen Hand unterstützt werden, sagte Fuest.

Doch nicht alle Firmen sollten staatlicherseits erhalten werden. „Man muss schon überlegen, welche Bereiche eine Zukunft haben“, sagte der Ifo-Chef. Der jetzige Stillstand sei für manche Betriebe auch die Zeit, Innovationen zu planen.

„Diese Krise stellt für mich alles bisher Erlebte in den Schatten. Ich bin oft schon um 5 Uhr in der Früh wach, es raubt mir einfach den Schlaf“, sagte Fuest dem Magazin „Focus“.

Der Stillstand der Wirtschaft in der Corona-Krise trifft indes laut Ifo-Institut alle Bundesländer fast gleich stark. „Der unmittelbare pandemiebedingte Rückgang der wirtschaftlichen Leistung beträgt in dem hier betrachteten Szenario in allen Ländern rund 50 Prozent“, sagte Professor Joachim Ragnitz von der Ifo-Niederlassung Dresden am Freitag. Dabei geht er von zwei Monaten Stillstand und ein bis drei Monaten Erholungsphase aus.  afp, dpa

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