Befremden über E-Mail

von Redaktion

Kramp-Karrenbauer will Tornado-Nachfolger bei Boeing kaufen

Berlin – Angesichts des Koalitionsstreits um die Beschaffung von Kampfflugzeugen in den USA hat die FDP Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zur Klärung aufgefordert. „Die Art, wie die Große Koalition über die Tornado-Nachfolge kommuniziert, ist ein Desaster“, sagte die FDP-Wehrexpertin Agnes-Marie Strack-Zimmermann gestern. Ihre Fraktion werde das Erscheinen der Ministerin vor dem Verteidigungsausschuss am morgigen Mittwoch beantragen.

Strack-Zimmermann wertete das Erscheinungsbild der Koalition in der Frage der Kampfflugzeuge als „chaotisch“. Dass die Verteidigungsministerin „offensichtlich unabgesprochen eine E-Mail an ihren US-Kollegen schickt, um eine Bestellung von Kampffliegern anzukündigen, ist genauso verantwortungslos wie das Verhalten der SPD, die seit Jahren die Tornado-Nachfolge mit allen Mitteln blockiert“, sagte die Liberale.

Kramp-Karrenbauer müsse den Abgeordneten „umgehend Auskunft über diese Korrespondenz geben und für maximale Transparenz sorgen“, forderte Strack-Zimmermann. Unabhängig davon müsse Deutschland „umgehend neue Flugzeuge bestellen“.

Laut einem Bericht des Magazins „Spiegel“ hatte Kramp-Karrenbauer in einer E-Mail an ihren US-Kollegen förmlich angekündigt, dass Deutschland 45 F-18-Kampfjets des US-Herstellers Boeing kaufen will. Die Maschinen sollen altersschwache Tornados der Luftwaffe ersetzen. Über Einwände der SPD gegen das geplante Geschäft habe sich Kramp-Karrenbauer hinweggesetzt, so das Magazin. Das Bundesverteidigungsministerium betonte nach dem Bericht am Montag aber, dass die Ministerin noch keine Bestellung über die Flugzeuge abgegeben habe.

Boeing hätte Unterstützung nötig. Denn der US-Konzern muss in der Corona-Krise erneut eine Absage für eine Bestellung des Problemfliegers 737 Max hinnehmen. Die China Development Bank Financial Leasing Co. hat einen Auftrag über 29 Maschinen zurückgezogen, so das Unternehmen.  afp, dpa

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