Krise trifft alle – auch die Facharbeiter

von Redaktion

Die Virus-Pandemie macht sich auf dem Arbeitsmarkt im Freistaat deutlich bemerkbar. Die normalerweise im April übliche Frühjahrsbelebung bleibt aus. Unternehmen zeigen Kurzarbeit für fast zwei Millionen Beschäftigte an.

München – Die Corona-Pandemie schlägt im April erstmals voll auf den Arbeitsmarkt in Bayern durch. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit berichtete, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um rund 40 700 auf jetzt knapp 272 000. Das entspricht einem Anstieg um 17,6 Prozent. Verglichen mit dem April 2019 ergibt sich sogar ein Anstieg um 33,2 Prozent oder 67 745 Personen. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 3,6 Prozent. Das ist der höchste Wert für einen April seit fünf Jahren.

Knapp 120 000 Unternehmen im Freistaat haben nach Angaben der Arbeitsagentur Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen beziehen sich auf 1,76 Millionen Beschäftigte. Wie viele Beschäftigte tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeige sich erst, wenn die Betriebe dann Anträge auf Kurzarbeitergeld stellten, erklärt der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart.

Den größten Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit verzeichnet das Gastgewerbe. Hier verloren 4900 Menschen ihren Job, ein Anstieg um 200 Prozent. Dann folgen der Handel mit einem Anstieg um rund 2500 Arbeitslose, die Arbeitnehmerüberlassung und das Verarbeitende Gewerbe mit je 1700 Arbeitslosen mehr.

Insgesamt sei eine Zunahme von neu arbeitslos Gemeldeten über alle Branchen hinweg zu beobachten – anders als zu Zeiten der Finanzkrise. Die Arbeitslosigkeit steige sowohl bei Fachkräften und Akademikern als auch bei Menschen ohne Berufsausbildung, erläuterte Holtzwart.

Anders als in der Wirtschaftskrise 2009 sei jetzt ein Stelleneinbruch über alle Wirtschaftszweige hinweg zu verzeichnen. So seien den Agenturen im April nur knapp 13 000 neue Jobs gemeldet worden – im April vor einem Jahr waren es mehr als doppelt so viele.

„Gleichzeitig ist zu erkennen, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter halten möchten und zunächst auf das Kurzarbeitergeld zurückgreifen“, sagte Holtzwart.  mm, dpa

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