Die US-Wirtschaft ist zu Jahresbeginn wegen der Corona-Krise stärker geschrumpft als bisher bekannt. Wie das Handelsministerium bekannt gab, lag die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet 5,0 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt derweil weiter dramatisch an. In der Woche bis zum 23. Mai haben mehr als 2,1 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Insgesamt verloren in der Krise 41 Millionen Amerikaner ihre Jobs.
Der BremsenspezialistKnorr-Bremse hat die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal zu spüren bekommen. Während der Auftragseingang um rund 16 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro absackte, ging der Umsatz um rund 7 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zurück, wie der MDax-Konzern in München mitteilte. Das Periodenergebnis lag bei 141,9 Millionen Euro, nach 192,6 Millionen im Vorjahresquartal. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 13 Prozent auf 290,2 Millionen Euro.
Hertz-Großaktionär Carl Icahn hat nach dem Insolvenzantrag des US-Autovermieters alle seine Aktien verkauft. Icahn, der mit einem Anteil von fast 40 Prozent den Kurs der Firma weitgehend bestimmte, sprach in der am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC von einem „erheblichen Verlust“, nachdem er die rund 55,3 Millionen Anteilsscheine zu jeweils 72 US-Cent abstieß.
Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Nach einem Schlussspurt im späten Handel beendete der Dax den Tag mit einem Aufschlag von 1,06 Prozent auf 11 781,13 Punkte. So wurden etwa die Situation in Hongkong und das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China zuletzt am Markt weiter ausgeblendet. Seit dem Corona-Crashtief von Mitte März ist der Dax um gut 40 Prozent gestiegen. Unter Marktbeobachtern mehren sich inzwischen mahnende Stimmen. Timo Emden von Emden Research sagte: „Mit leicht einsetzenden Gewinnmitnahmen machen sich die ersten Überhitzungserscheinungen bereits bemerkbar.“ Aktien aus dem Pharma- und Gesundheitssektor waren gestern gefragt. Weit vorn im Dax gewannen Merck KGaA am Tag der Hauptversammlung mehr als viereinhalb Prozent. Lufthansa-Papiere sicherten sich mit einem Aufschlag von mehr als fünfeinhalb Prozent den Spitzenplatz im Index. Die Umlaufrendite stieg von minus 0,43 Prozent am Vortag auf minus 0,41 Prozent.