Aschheim – Lange hatte man in der Gemeinde Aschheim im Kreis München gehofft, am Donnerstag dann die Gewissheit: Der Dax-Konzern mit Sitz im Gewerbegebiet Dornach hat im Zuge des Bilanzskandals Insolvenz beantragt. Was das für die Gemeinde bedeutet, ist völlig unklar. Bürgermeister Thomas Glashauer (CSU) war trotz mehrfacher Nachfrage unserer Zeitung für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Für Dienstagabend hat er den Gemeinderat zu einer Sitzung einberufen. Das Thema: die Insolvenz von Wirecard und die Auswirkungen auf die Gemeinde.
Die Aschheimer SPD-Gemeinderäte Ingrid Lenz-Aktas und Andreas Bichler befürchten, dass Gewerbesteuereinnahmen in nicht unbeträchtlicher Höhe wegfallen. Sabine Maier, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, ergänzt: „Vielleicht aber sollten wir bei einigen Bauvorhaben künftig kleinere Brötchen backen“, sagt sie auch in Hinblick auf den geplanten Rathaus-Neubau.
Was Maier und ihre Fraktion ebenfalls umtreibt: Wie es nun mit den Erweiterungsplänen des Konzerns in Aschheim weitergeht. Nur in kurzer Entfernung zum jetzigen Firmensitz wollte Wirecard weitere Bürogebäude beziehen. Die Gemeinde genehmigte sogar ein Parkhaus im Grüngürtel. Projektentwickler des sogenannten Campus-One ist die Rock Capital Group aus Grünwald. Wie es dort weitergeht, wenn der künftige Hauptmieter wegfallen sollte: völlig unklar.
Eugen Stubenvoll, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, zeigte sich besorgt. „Da stehen im Moment ja halbe Bauruinen.“ Immerhin sei mit dem Bau des Parkhauses noch nicht begonnen worden. DORIS RICHTER