Berlin – Angesichts der Corona-Ausbrüche in der Fleischbranche wächst der Druck für bessere Bedingungen in den Ställen und einen Stopp des Preiskampfes bei Lebensmitteln. Der Bundestag forderte die Bundesregierung am Freitag mit breiter Mehrheit auf, noch bis zur Wahl 2021 eine Strategie zum Umbau der Tierhaltung mit Vorschlägen zur Finanzierung vorzulegen. Im Gespräch sind dafür auch Preisaufschläge für Supermarktkunden. Der Bundesrat stimmte nach jahrelangem Streit neuen Regeln zu, die das umstrittene Fixieren von Säuen in engen Metallrahmen beschränken sollen.
Der Vorstoß des Bundestags soll ein Konzept voranbringen, das eine Kommission um Ex-Agrarminister Jochen Borchert im Februar vorgestellt hatte. Ziel sind höhere Haltungsstandards bis 2040. Um Stallumbauten mitzufinanzieren, schlägt die Kommission eine Abgabe auf tierische Produkte vor. Denkbar wären 40 Cent pro Kilo Fleisch und Wurst, zwei Cent pro Kilo für Milch und Frischmilchprodukte. dpa