Movie Money verblüfft selbst die Bundesbank

von Redaktion

Frankfurt – Ein neues Phänomen verwundert die Bundesbank: sogenanntes „Movie Money“, und „Prop Copy“. Das sind simple Kopien von Zehn- und 20 Euro-Banknoten für Film, Theater und für Werbezwecke. Fälscher machten damit im ersten Halbjahr gute Geschäfte bei sehr arglosen Verbrauchern. Von denen wollte ein 52-Jähriger ausgerechnet einen Strafbefehl mit „Movie Money“ bezahlen. „Dabei handelt es sich um einfache Druckfälschungen ohne Sicherheitsmerkmale“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann. „Eigentlich sind diese Fälschungen leicht zu erkennen. Es steht sogar ‚Movie Money’ auf der Vorderseite der Scheine und ‚Pro Copy’ auf der Rückseite“.

Vor allem diese Zehner- und Zwanziger-Kopien sorgten im ersten Halbjahr dafür, dass die Bundesbank über die Polizei, Handel und Banken rund 34 118 gefälschte Euro-Scheine aus dem Verkehr ziehen musste. Das waren fast ein Viertel mehr als im zweiten Halbjahr 2019 mit 27 580. Allein gut 10 800 Blüten entfielen auf die „Movie Money“ und „Prop Copy“-Scheine.

Aufgetaucht war ein Großteil solcher Fälschungen bei einem 24-Jährigen im bayrischen Landshut. Er soll Exemplare im Nennwert von 145 000 Euro bei einer Internet-Handelsplattform gekauft und dann weiterverkauft haben. Als Scherzartikel werden solche Scheine unter anderem über Amazon und Ebay angeboten. Auf Ebay etwa sind zehn kopierte 50-Euro-Filmgeld-Scheine für 20 Euro zu haben. Meist sollen sie aus China stammen. Die Verbreitung solcher Kopien ist strafbar.

Durch die auch für die Bundesbank überraschende Entwicklung ist die Zahl der gefälschten Zehn-Euro-Scheine im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 drastisch von 1976 auf 5949 gestiegen, bei den 20ern von 7507 auf 10 024. Damit ist der Anteil der Zehner und Zwanziger an allen Blüten von 34 auf 46 Prozent nach oben geschnellt. Der am häufigsten gefälschte Euro-Schein blieb aber der 50er mit einem Anteil von 40 Prozent.

Nach wie vor sei das Risiko in Deutschland „sehr gering“, eine Blüte in die Hände bekommen, versichert Beermann. „Rechnerisch entfallen pro Jahr rund acht falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner.“ ROLF OBERTREIS

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