Wirecard: Villa von Marsalek durchsucht

von Redaktion

München – Die Verstrickungen im Umfeld der Wirecard-Affäre werden immer verworrener. Während der international gesuchte Jan Marsalek weiterhin auf der Flucht ist, hat die Münchner Staatsanwaltschaft zeitweise Aleksandar V. in Haft genommen, dessen inzwischen insolvente Firma IMS Capital-Partners offenbar in enger Beziehung mit Marsalek stand. IMS war Mieter einer Villa in München-Bogenhausen, die auch von Marsalek genutzt wurde. Über IMS wurden Millionen in unterschiedliche Start-ups investiert, darunter den wachsenden, aber defizitären Lebensmittel-Lieferdienst Getnow, der inzwischen auch Insolvenz anmelden musste, weil der Geldfluss von IMS versiegte.

Über die Hintergründe äußert sich die Münchner Staatsanwaltschaft sehr zurückhaltend. „Wir ermitteln gegen Herrn V. wegen Vermögensdelikten“, sagte eine Sprecherin. Kein Wort darüber, ob es sich möglicherweise um Geldwäsche handeln könnte. Der Fall habe nicht unmittelbar mit dem Fall Wirecard zu tun, hieß es. Allerdings haben die Ermittler möglicherweise Material in Händen, das bei der Aufklärung auch des Falls Wirecard hilfreich sein könnte. Die von V. angemietete und auch von Marsalek genutzte Villa an der Prinzregentenstraße wurde nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gründlich leer geräumt. Bekannt ist auch, dass Wirecard-Konten in den Monaten vor der Pleite von Zugriffsberechtigten geplündert und über ungesicherte Kredite jeweils dreistellige Millionensummen aus dem ehemaligen Dax-Konzern in dunkle Kanäle abgeleitet wurden. Die Frage ist nun, was es mit den über IMS bei Getnow investierten Geldern auf sich hat.

Schon vorher hatte Aleksandar V. ein Start-up in den Sand gesetzt. Sein Windkraftanlagenbauer Turbinal Energy AG musste 2017 Insolvenz anmelden.  tmh/mm

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