BÖRSE

Bund muss wieder Mini-Zins zahlen Ford stellt Werk Köln ganz auf Elektro um Thyssenkrupp stoppt Verkaufsgespräche Lufthansa baut Pilotenausbildung um Inflationssorgen bremsen Dax aus

von Redaktion

Der Bund muss Anlegern erstmals seit Längerem wieder einen Zins zahlen, um sich frisches Kapital zu besorgen. In einer Auktion 30-jähriger Staatsanleihen betrug die durchschnittliche Rendite am Mittwoch 0,1 Prozent, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Letztmalig wurde ein positiver Effektivzins in einer solchen Auktion vor knapp einem Jahr fällig. Die Nachfrage nach den Papieren, mit denen rund 1,2 Milliarden Euro aufgenommen wurden, war rückläufig. Auch im freien Handel war die Rendite für 30-jährige Bundesanleihen zuletzt wieder leicht positiv gewesen.

Ford will seine Pkw-Palette in Europa bis 2030 komplett auf Elektroantrieb umstellen und modernisiert dafür sein Kölner Werk mit Rekordinvestitionen. Der US-Autobauer kündigte am Mittwoch an, den Standort für eine Milliarde Dollar – umgerechnet etwa 830 Millionen Euro – zu seinem europäischen „Zentrum für Elektromobilität“ auszubauen. Es handelt sich demnach um die bislang höchste Investition des Konzerns an seinem Europa-Hauptsitz in Köln.

Thyssenkrupp wird sein Stahlgeschäft nicht an den Konkurrenten Liberty Steel verkaufen. Die Gespräche über einen möglichen Erwerb von Thyssenkrupp Steel Europe seien beendet worden, eine Veräußerung des Stahlgeschäfts an Liberty Steel werde damit nicht zustande kommen, teilte das Unternehmen gestern Abend mit.

An der traditionsreichen Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen sollen angehende Piloten künftig nur noch theoretisch unterrichtet werden. Der praktische Teil wird mit der nun verkündeten Neuausrichtung des Ausbildungskonzeptes an den Flughafen in Rostock verlagert.

Steigende Renditen an den Anleihemärkten sind den Anlegern an den Aktienbörsen am Mittwoch aufs Gemüt geschlagen. Mit einer höheren Verzinsung von als sicher geltenden Bonds gewinnen diese tendenziell an Attraktivität im Vergleich zu Aktien als riskanteres Investment. Vor allem in den USA legten die Renditen von Staatspapieren mit langen Laufzeiten zuletzt kräftig zu. Aber auch hierzulande weisen die Anleihezinsen aufwärts. Das Aktienbarometer Dax gab um 1,10 Prozent auf 13 909,27 Punkte nach. Der am Vortag noch rekordhohe MDax der mittelgroßen Werte büßte 1,23 Prozent auf 32 637,16 Punkte ein. Enttäuschende Aussagen von Beiersdorf zur Profitabilität in diesem Jahr schickten die Aktien auf Talfahrt, sie büßten fast sechs Prozent ein. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,39 Prozent.  dpa

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