BMW übersteht Corona-Jahr 2020 glimpflich

von Redaktion

VON THOMAS MAGENHEIM-HÖRMANN

München – BMW sieht sich nach dem Corona-Jahr 2020 wieder im Aufwind. „In das Jahr 2021 gehen wir gestärkt und mit Rückenwind“, sagte Konzernchef Oliver Zipse zur Bilanzvorlage in München. Er blickt dabei auf das Schlussquartal. In dem hat der Münchner Premiumhersteller bereits wieder eine operative Gewinnmarge im reinen Autogeschäft von 7,7 Prozent erreicht – mehr als die 6,8 Prozent aus dem Vergleichsquartal 2019. Im Gesamtjahr 2020 ist diese in der Branche viel beachtete Größe aber auf 2,7 Prozent gesunken. Sie hat damit nur rund die Hälfte der 5,2 Prozent erreicht, die Erzrivale Daimler im Autogeschäft 2020 geschafft hat.

Der BMW-Jahresüberschuss ist 2020 um ein Viertel auf knapp 3,9 Milliarden Euro eingebrochen. Der Autoabsatz ging um gut acht Prozent auf 2,3 Millionen Wagen zurück. Bei der Hauptmarke BMW ist es mit einem Absatzrückgang von sieben Prozent auf gut zwei Millionen Fahrzeuge etwas besser gelaufen.

Damit hat BMW in dieser Hinsicht besser abgeschnitten als Daimler, wo die Pkw-Verkäufe mit gut einem Zehntel stärker auf 2,1 Millionen Autos abgenommen haben. Die Stuttgarter liegen in dieser Hinsicht nun nur noch knapp vor den Münchnern. Beim Umsatz hat BMW 2020 mit einem fünfprozentigen Rückgang auf 99 Milliarden Euro nur moderat verloren.

Profitiert hat der weißblaue Autobauer dabei vom Verkauf elektrifizierter Modelle. Deren Absatz ist 2020 um fast ein Drittel auf knapp 193 000 Autos gestiegen, wobei vor allem Hybridmodelle mit Verbrennungs- und Elektroantrieb die Treiber waren.

Damit lag der Anteil elektrifizierter Modelle 2020 in Europa im Absatz bei 15 Prozent. Das spiegelt bei Neuzulassungen 2020 auch der Flottenverbrauch des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) wider. Der ist bei BMW binnen Jahresfrist von 120 Gramm CO2 je Kilometer auf 99 Gramm gefallen, womit der für den Konzern errechnete EU-Grenzwert von 104 Gramm übererfüllt wurde.

Auch Daimler konnte im Vorjahr mit einer Absenkung von 137 auf 104 Gramm hier eine starke Verbesserung erreichen, muss BMW aber den Vortritt lassen. Die Bayern beanspruchen auch deshalb für sich, das im Wettbewerbsvergleich „grünste“ Elektroauto anzubieten. Zudem gelten die Nachhaltigkeitsziele von BMW als die anspruchsvollsten in der Automobilbranche, weil sie die gesamte Produktlebenszeit inklusive Recycling und Lieferketten umfassen.

Gelitten hat 2020 allerdings auch bei BMW das Personal. Die Zahl der Stellen wurde sozialverträglich – also ohne betriebsbedingte Kündigungen – um rund 5300 auf noch knapp 121 000 abgeschmolzen. Damit dürften die Münchner den Großteil des zuletzt angekündigten Stellenabbaus hinter sich haben. Im Vergleich zu Daimler und Audi, wo es um zehntausende Jobs geht, kommt das BMW-Personal zudem relativ glimpflich davon.

Das gilt auch für die Aktionäre. Sie sollen für 2020 eine Dividende von 1,90 Euro und damit nochmals 60 Cent weniger erhalten als im Vorjahr. Wie es bei BMW 2021 und in den Folgejahren weitergehen soll, wollen Zipse und sein Vorstandsteam kommende Woche in München erläutern.

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