Noch weniger Urlauber als im Corona-Jahr 2020

von Redaktion

Tourismus in Griechenland mit Minusrekord – Einnahmen fallen um die Hälfte – Notenbank in Athen schlägt Alarm

Athen – Schlimmer geht’s nimmer: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Urlauber aus dem Ausland in Griechenland sogar im Vergleich zum ersten, bereits schlimmen Coronajahr 2020 drastisch um weitere 65,5 Prozent gesunken. Auch die Einnahmen aus dem Tourismus fielen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum noch einmal um mehr als die Hälfte.

Einer nun veröffentlichten Studie der Athener Notenbank (TTE) zufolge reisten vom Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres lediglich 663 800 Urlauber aus dem Ausland nach Griechenland. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum belief sich die Zahl der Griechenland-Urlauber noch auf 1,921 Millionen. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 – und damit noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – waren sogar noch 5,3 Millionen Urlauber nach Griechenland gereist.

Folglich hat die Zahl der Griechenlandurlauber in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres nur zwölf Prozent des Standes vom entsprechenden Zeitraum im Vor-Coronajahr 2019 erreicht. Noch drastischer sanken die Direkterlöse aus dem griechischen Tourismus: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrugen sie laut der Athener Notenbank (TTE) lediglich 317,4 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen sie bei 650,7 Millionen Euro. Im letzten Vor-Coronajahr 2019 beliefen sich die Direkterlöse aus dem griechischen Tourismus noch auf 2,856 Milliarden Euro.

Folglich haben die Direkterlöse aus dem griechischen Tourismus in den ersten fünf Monaten 2021 nur elf Prozent des Standes vom entsprechenden Zeitraum im Vor-Coronajahr 2019 erreicht.

Dabei startete Griechenlands Tourismussaison in diesem Jahr offiziell bereits am 15. Mai, genau einen Monat früher als im ersten Coronajahr 2020. Die griechische Regierung unter dem konservativen Premier Kyriakos Mitsotakis hatte das Ziel, dass die Direkterlöse im griechischen Tourismus im laufenden Jahr neun Milliarden Euro und damit 50 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2019 erreichen würden – danach sieht es aber derzeit nicht aus.

Im Gegenteil: Die vierte Corona-Infektionswelle trifft Griechenland mit voller Wucht. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ist in ganz Griechenland mit Stand vom 27. Juli 2021 auf 180,6 in die Höhe geschnellt. Einen Monat zuvor hatte sie noch bei 24,6 gelegen.

Dabei sind mehrere griechische Inseln, alles beliebte Urlaubsdestinationen, zu hellenischen Corona-Hotspots avanciert. Erst am Montag endete ein neuntägiger Lockdown auf der Party-Insel Mykonos. Zuvor war die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in Mykonos auf den sagenhaften Wert von 365 explodiert.

Derweil drohen auch weiteren griechischen Inseln wegen sprunghaft gestiegener Corona-Fallzahlen lokale Lockdowns wie auf Mykonos. Davon betroffen könnten schon bald die Kykladen-Inseln Paros, Ios und Santorin sowie die Insel Kreta mit ihren Städten Rethymnon und Heraklion sein, wie griechische Medien übereinstimmend berichten.

Dabei ist kein Land in Europa so abhängig vom Tourismus wie Griechenland. Und eigentlich kann sich Griechenland nach 2020 kein zweites katastrophales Jahr in Folge in Sachen Tourismus leisten. FERRY BATZOGLOU

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