Frankfurt – Die Aussicht auf milliardenschwere Bestellungen hat den Aktien von Rüstungsunternehmen am Montag in einem wegen des Ukraine-Kriegs schwachen Markt Rückenwind verliehen. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine will Deutschland die Bundeswehr massiv aufrüsten. Sie soll 100 Milliarden Euro erhalten.
Die Aktien von Rheinmetall schnellten an der Spitze um rund ein Viertel auf 133,50 Euro nach oben. Für die Aktien des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt ging es um fast die Hälfte auf 21,75 Euro hoch. Thyssenkrupp-Papiere waren ebenfalls gefragt mit einem Plus von gut acht Prozent. An der Londoner Börse legten BAE Systems um knapp 14 Prozent zu. In Paris verteuerten sich Thales um 13 Prozent.
Angesichts der geplanten zusätzlichen Ausgaben könnte Deutschland mit geschätzten 33,5 Milliarden Euro pro Jahr rund viermal so viel in die Ausrüstung der Bundeswehr stecken als bisher, rechnen die Analysten vom Investmenthaus Stifel vor. Da Rheinmetall der größte Lieferant der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr sei, dürften sich die Düsseldorfer einen bedeutenden Anteil der Summe sichern können.
Bei ansonsten sehr schwachen Indizes konnten sich europaweit die Aktien von Unternehmen verbessern, die ihr Geld mit Wasserstoff und sonstigen Erneuerbaren Energien verdienen. Denn durch den Krieg wird auch immer klarer, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern, wie sie mit Gas und Öl Russland liefert, womöglich schnell erfolgen muss.
Aktien der Wasserstofffirmen Nel ASA und Powercell legten zwischen 15 und 20 Prozent zu. Selbst das Dax-Unternehmen Siemens Energie gewann zwischenzeitlich an die zehn Prozent dazu. Der beschlossene Ausschluss russischer Banken aus dem Swift-Zahlungssystem führte zu sinkenden Kursen bei den Banken. In Frankfurt fielen die Aktien der Commerzbank um rund zehn Prozent, die der Deutschen Bank zwischenzeitlich an die neun Prozent. Später erholten sich die Kurse wieder etwas. Ähnlich war das Bild in Frankreich, auch hier gaben Banken-Aktien deutlich nach.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,06 auf 0,08 Prozent. dpa