Der russische Stahlkonzern Severstal stoppt nach einem Bericht der Agentur Tass alle Lieferungen in die EU. Severstal reagiere damit auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer, den russischen Geschäftsmann Alexej Mordaschow. Die Güter würden auf „alternative Märkte“ umgeleitet, zitiert die Agentur den Stahlriesen. Dem Bericht zufolge könnten das zum Beispiel der Nahe Osten, Asien und Südamerika sein. Indes musste Mordaschow, der auch der größte Aktionär des Touristikriesen Tui ist, wegen der Sanktionen aus dem Vorstand des Unternehmens ausscheiden.
Russland hat weitere Anstrengungen zur Stärkung der eigenen Wirtschaft angesichts der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs unternommen. Die Börse in Moskau blieb am Mittwoch den dritten Tag in Folge geschlossen. Die Zentralbank habe entschieden, „den Handel nicht wieder aufzunehmen“, hieß es.
Angetrieben von hohen Energiepreisen hat die Inflation in der Eurozone im Februar einen neuen Höchststand erreicht. Wie das EU-Statistikamt Eurostat auf der Grundlage einer Schnellschätzung mitteilte, waren die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,8 Prozent höher. Energie verteuerte sich um 31,7 Prozent und damit um fast ein Drittel.
Der Krieg in der Ukraine hat den deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch fest im Griff gehabt. Die Nervosität blieb hoch. Dennoch gelang dem Dax nach einem Absacker auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr kurz vor dem Handelsschluss eine Erholung. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,69 Prozent bei 14 000,11 Punkten. Dabei wurde er vor allem von der US-Börse an der Wall Street mit nach oben gezogen. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, beendete den Tag mit plus 0,37 Prozent auf 31 100,36 Zähler. Europaweit wurden allerdings deutlich kräftigere Erholungsgewinne als am deutschen Aktienmarkt verbucht. Die US-Notenbank steuert indes trotz des Ukraine-Krieges auf eine Zinserhöhung zu. Demnach soll bereits im März eine Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte beschlossen werden. Der Euro hat am Mittwoch an seine Kursverluste der vergangenen Handelstage angeknüpft und ist unter die Marke von 1,11 US-Dollar gefallen. Laut dem Devisenexperten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank belastet die Angst der Devisenhändler vor den Folgen des Ukraine-Kriegs für die europäische Wirtschaft den Eurokurs. Die Umlaufrendite viel auf indes – 0,17 Prozent.