Energiegeld für Rentner gefordert

von Redaktion

Berlin – Viele Rentner drohen vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiepreise bei einem geplanten Entlastungsschritt leer auszugehen – deswegen steigt nun der Druck auf die Ampel-Koalition. Sozialverbände sowie Ökonomen forderten die Bundesregierung auf, dass die geplante Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro auch für Rentner gelten soll. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, sagte am Freitag in Berlin, bei der Pauschale vergesse die Koalition wieder einmal die Rentner. „Gerade Seniorinnen und Senioren mit kleinen Renten sind besonders auf das Geld angewiesen, weil sie am Ende des Monats nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen“, so Bentele. „Die Preissteigerungen sind für diese Menschen ein großes Problem.“ Deshalb fordere der VdK einen Aufschlag auf die Rente von 300 Euro, der direkt ausgezahlt werde.

Die Chefs der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und IW sagten der „Rheinischen Post“, die Energiepreispauschale dürften nicht nur Erwerbstätige bekommen. „Die Energiepauschale ist ein sehr gutes Instrument. Allerdings sollte es nicht nur Beschäftigten, sondern allen Menschen zugutekommen“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Auch müsse die Pauschale deutlich erhöht werden. „Denn über die kommenden zwei Jahre werden die zusätzlichen Energiekosten der meisten Menschen die 300 Euro um ein Vielfaches übersteigen.“ Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, sagte: „Es gibt keinen Grund, die Rentnerhaushalte davon auszunehmen.“ Der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Kurth, sagte, in der Tat sei es sehr bedauerlich, dass die Rentner nicht bei der Energiepreispauschale Berücksichtigung gefunden hätten. Kurth verwies aber auf die Rentenerhöhung zum 1. Juli. Die Renten steigen um 5,35 Prozent in Westdeutschland. Er nannte außerdem die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe sowie die drastische Ticketpreissenkung im Bereich des ÖPNV für drei Monate.  dpa

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