München – BMW hat sich auf seiner virtuellen Hauptversammlungen den Aktionären gestellt. Zu den Hauptthemen gehörten die jüngsten Produktionsausfälle und Lieferengpässe. Man habe einerseits hohe Preise durchsetzen, andererseits aber weniger Autos ausliefern können als bestellt. „Kunden warten zu lassen – das schmerzt“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse in seiner Rede. Die Produktionsprobleme hätten an Lockdowns in Europa und China, an fehlenden Computerchips und an Lieferengpässen bei Komponenten aus der Ukraine gelegen. Die wolle man nun über alternative Standorte kompensieren und zusätzliche Fertigungsstätten aufbauen, so Zipse. Trotzdem beziehe man weiter Kabelbäume aus der Ukraine, „um unseren Lieferanten vor Ort eine Perspektive zu bieten.“
Auch viele Fragen von Aktionären drehten sich um knappe Materialien und teure Energie. „Resilienz ist das Hauptthema“, sagte Zipse mit Blick auf die Lieferketten, die stabiler werden sollen. Außerdem habe BMW Energie- und Rohstoffpreise für 2022 weitgehend abgesichert und versuche effizienter zu produzieren. Das Werk in Ungarn soll künftig ohne Öl und Gas betrieben werden. Mit Corona, dem Ukraine-Krieg, dem Chip-Mangel und der Elektromobilität stehe man vor vielen Herausforderungen. „Diese Mehrfachbelastung wird zur Normalität“, so Zipse. Trotzdem wolle man hoch profitabel bleiben.
Nach dem Rekordjahr 2021 und dem sehr starken ersten Quartal 2022 zahlt BMW seinen Aktionären eine hohe Dividende. Bei Stammaktien gibt es 5,80 Euro je Aktie, damit werden 30,7 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner ausgeschüttet. höß