US-Debakel kostet Allianz 5,6 Milliarden

von Redaktion

München – Die Verluste von Großanlegern in den USA kosten die Allianz nach jetzigem Stand rund 5,6 Milliarden Euro. Im ersten Quartal legte der Versicherungskonzern weitere 1,9 Milliarden Euro zurück, wie er überraschend am Mittwoch mitteilte. Das Geld ist für die Entschädigung von Investoren bestimmter Hedgefonds und die Einigung mit den US-Aufsichtsbehörden vorgesehen. Im Jahresabschluss für 2021 hatte die Allianz bereits eine Belastung von 3,7 Milliarden Euro verbucht. Der Vorstand geht jetzt davon aus, dass die Rückstellungen die finanziellen Risiken für den Konzern insgesamt abdecken.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die zweite Rückstellung komme früher und falle niedriger aus als erwartet, schrieb Branchenexperte Philip Kett vom Analysehaus Jefferies. Zudem hätte die Allianz ohne die Sonderbelastung besser abgeschnitten als vom Markt erwartet. Seit dem Jahreswechsel hat das Allianz-Papier allerdings knapp fünf Prozent an Wert eingebüßt.

Tatsächlich musste der Konzern im ersten Quartal einen Gewinneinbruch auf rund 600 Millionen Euro hinnehmen, nachdem er ein Jahr zuvor noch mehr als 2,5 Milliarden verdient hatte. Allein die Rückstellung belastete das Ergebnis mit etwa 1,6 Milliarden Euro.

Grund des Ärgers sind Verluste, die professionelle Anleger mit den sogenannten Structured-Alpha-Fonds von Allianz Global Investors erlitten. Mehrere Investoren, darunter Pensionsfonds, haben die Allianz-Fondstochter auf Schadenersatz verklagt. Die Vorwürfe laufen darauf hinaus, dass die Manager dieser Hedgefonds die eigenen Richtlinien nicht eingehalten und nicht angemessen auf die Marktentwicklung reagiert hätten.

Unterdessen lief es im Tagesgeschäft des Konzerns im ersten Quartal überraschend gut. So ging der operative Gewinn zwar von 3,3 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro zurück, lag damit aber höher als von Experten erwartet.  dpa

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