Frankfurt – Die Bundesbürger haben bereits im vergangenen Jahr und damit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine offenbar wegen der steigenden Inflation und der weiter bestehenden Unsicherheit über die Pandemie größere Investitionen vermieden, allerdings gleichzeitig für kleinere Anschaffungen wieder mehr Ratenkredite aufgenommen. Zugleich haben sie laufende Kredite in den allermeisten Fällen pünktlich bedient oder zurückgezahlt. Dies stellt die Auskunftei Schufa in ihrem aktuellen Kredit- und Risikokompass fest. Sie warnt aber davor, dass vor allem jüngere Menschen – etwa durch Online-Käufe, die erst später bezahlt werden müssten – in eine Schuldenfalle geraten könnten. Und sie stellt fest, dass die Stimmung in der Bevölkerung sinkt und immer mehr Menschen bezweifeln, dass sie ihren Lebensstandard halten können.
Generell wurden laut Schufa im vergangenen Jahr erstmals seit vier Jahren wieder mehr Ratenkredite aufgenommen. Insgesamt waren es 6,9 Millionen und damit 4,5 Prozent mehr als 2020. Den Anstieg führt die Schufa vor allem auf die steigende Zahl von Kleinstkrediten von weniger als 1000 Euro zurück. Ihr Anteil erhöhte sich von 19,9 auf 29,5 Prozent. Dies trifft vor allem für jüngere Menschen zu.
Erfreulich ist aus Sicht der Schufa, dass die Corona-Pandemie auch 2021 wie schon 2020 keine negativen Auswirkungen auf die Ver- und Überschuldung der Menschen in Deutschland gehabt habe. „Der Anteil der vertragsgemäß bedienten Ratenkredite lag mit 97,9 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.“ ROLF OBERTREIS