Was zu Kurzarbeit und Homeoffice geplant ist

von Redaktion

München – Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den erleichterten Zugang zu Kurzarbeit verlängern. Er wolle in den kommenden Tagen einen entsprechenden Entwurf auf den Weg bringen, kündigte Heil am Donnerstag an. Die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten habe zwar von bis zu rund 6 Millionen in der Hochphase der Corona-Pandemie auf zuletzt rund 500 000 abgenommen. Doch angesichts der Risiken etwa durch die Inflation, die hohen Energiepreise und durch stockende Lieferketten wolle er Unternehmen und Beschäftigten ein Stück Sicherheit geben, so Heil.

Am Vortag war bereits bekannt geworden, dass das Bundesarbeitsministerium eine grundsätzliche Rückkehr zur Homeoffice-Angebots-Pflicht ab Oktober plant. Arbeitgeber sollen wieder verpflichtet werden, Beschäftigten zum Schutz vor Corona-Infektionen anzubieten, von zuhause aus zu arbeiten, wie aus einem Entwurf für eine SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung hervorgeht.

Den Vorstoß zur neuerlichen Pflicht von Arbeitsgebern, Homeoffice anzubieten, kritisiert die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Die Entscheidung müsse immer eine Entscheidung des Unternehmens sein. „Sie darf nicht staatlich angeordnet werden. Denn die Betriebe können selbst am besten beurteilen, welche Arbeiten im Homeoffice gemacht werden können und welche nicht“, erklärte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Viele Betriebe böten von sich aus Homeoffice an. Brossardt verwies aber auf „faktische Grenzen von Homeoffice“. Schon jetzt seien vielerorts Produktivitäts- und Kreativitätsverluste feststellbar.  mm, dpa

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