Österreichs größter regionaler Energieversorger, die Wien Energie, hat wegen der Strom- und Gaskrise Finanz-Probleme. Die österreichische Bundesregierung sagte dem Versorger mit mehr als zwei Millionen Kunden am Montag finanzielle Unterstützung zu. Laut Medienberichten muss die Tochtergesellschaft der Stadt Wien in diesen Tagen rund 1,7 Milliarden Euro für Energiegeschäfte als Sicherheit hinterlegen. Das Unternehmen dementierte Medienberichte, wonach es zahlungsunfähig sei. „Nein, Wien Energie ist nicht insolvent/pleite“, hieß es in einer Stellungnahme.
Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass bereits im Oktober Erdgas über Frankreich nach Deutschland fließen wird. Man sei „in neuen intensiven Gesprächen mit Frankreich“, sagte Behördenpräsident Klaus Müller. Frankreich verfüge über signifikante LNG-Terminal-Kapazitäten, „so wie Belgien und Holland auch“. Zum genauen Umfang könne er noch nichts sagen. „Da laufen momentan noch die Gespräche.“
Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Sorge vor weiter steigenden Zinsen hat am Montag den Dax erneut unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex lag zum Schlussgong mit 0,61 Prozent im Minus bei 12 892,99 Punkten, womit er an den Kursrutsch vom Freitag anknüpfte. Zeitweise hatte das Börsenbarometer zum Wochenstart sogar die Marke von 12 800 Zählern gerissen und war auf das niedrigste Niveau seit Mitte Juli gefallen. Fed-Chef Powell hatte in der vergangenen Woche mit deutlichen Worten den harten Kurs der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation bekräftigt, um das Zielniveau von zwei Prozent zu erreichen. Einige Börsianer hatten hingegen wohl die Hoffnung gehegt, dass die Fed ihre harte Gangart infolge einer sich abkühlenden Wirtschaft revidieren könnte. „Viele Marktteilnehmer waren über das geplante restriktive Vorgehen der US-Fed überrascht und haben die Situation neu eingeordnet“, schrieb Börsenexperte Andreas Lipkow.
Powell habe letztlich nicht viel Neues gesagt und nur bestätigt, dass er die Inflationsbekämpfung dem Wachstum vorziehe, konstatierte Konstantin Oldenburger von CMC Markets. Der Markt reagiere deshalb so empfindlich, da damit die Wahrscheinlichkeit einer sanften Landung der Wirtschaft sinke – und damit auch die Chance auf eine deutliche Erholung der Aktienkurse. Der Euro kostete am frühen Abend 0,9998 US-Dollar und notierte damit nahe der Parität. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,23 Prozent am Freitag auf 1,40 Prozent.