Der Preis für europäisches Erdgas ist gestern auf den tiefsten Stand seit Ende Juli gefallen. Am Vormittag fiel der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um knapp acht Prozent auf rund 189 Euro je Megawattstunde. Der TTF-Kontrakt gilt als Richtschnur für das europäische Preisniveau. Vor einer Woche war der Gaspreis wegen des vorläufigen Lieferstopps über die wichtige Pipeline Nord Stream 1 noch in Richtung 300 Euro geschnellt.
Aserbaidschan will im Laufe des Jahres 30 Prozent mehr Erdgas in die EU liefern als in 2021. „Das Gesamtvolumen der Lieferungen nach Europa im Jahr 2022 wird zwölf Milliarden Kubikmeter betragen“, erklärte der aserbaidschanische Energieminister Parwis Schabasow gestern auf Twitter. Bis August sei auch die Produktion in diesem Jahr um fast zehn Prozent gesteigert worden.
Besonders von den Folgen des Ukraine-Kriegs betroffene Landwirte bekommen Staatshilfen. Die Auszahlung eines Hilfspakets im Umfang von 180 Millionen Euro für landwirtschaftliche Betriebe habe begonnen, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit. „Wir greifen den Landwirtinnen und Landwirten unter die Arme, damit sie die hohen Energiepreise schultern können“, sagte Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).
Der Chef des in die Pleite geschlitterten Toilettenpapierherstellers Hakle macht auch die verzögerte Auszahlung von Staatshilfen für seine Insolvenzanmeldung verantwortlich. „Hätten wir die Staatshilfe schneller bekommen, wären wir jetzt nicht zahlungsunfähig“, sagte Inhaber Volker Jung dem „Handelsblatt“. „Wir reden von einem siebenstelligen Betrag, der uns zugestanden hätte.“
Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag seinen vor dem Wochenende begonnenen Aufwärtstrend mit Schwung fortgesetzt. Der Dax schloss mit einem kräftigen Plus von 2,40 Prozent auf 13 402 Punkte und damit auf dem höchsten Niveau seit rund drei Wochen. Ab dem Nachmittag war die erneut starke Wall Street Steigbügelhalter für weitere Kursgewinne gewesen. Der MDax der mittelgroßen Werte beendete den Handel um 1,89 Prozent höher bei 26 186 Zählern.
Bei Investoren waren Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank gefragt. Die Geldhäuser dürften von den steigenden Zinsen profitieren. Auch Autoaktien legten im Vorfeld geplanten Börsenganges von Porsche zu. höß/dpa