Nach Berichten über eine bevorstehende weitere Kehrtwende der britischen Regierung in ihrer Steuerpolitik ist das Pfund deutlich gestiegen. Die britische Währung, die zuletzt schwer unter Druck geraten war, legte zum US-Dollar bis zum Donnerstagmittag deutlich zu. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass Truss und Finanzminister Kwasi Kwarteng weitere Teile ihrer Wirtschaftspläne zurücknehmen könnten. Downing Street betonte hingegen, die Position habe sich nicht geändert und es sei keine Änderung geplant.
Mit Verweis auf die hohen Flughafengebühren nimmt die Billig-Fluggesellschaft Ryanair am Hauptstadtflughafen BER zum Winter zahlreiche Flüge aus dem Programm. „Mit 19 weniger Strecken und 230 weniger wöchentlichen Flügen“ von und nach Berlin wolle das Unternehmen in die Winterreisezeit gehen, teilte das Unternehmen mit. Damit reduziere sich das wöchentliche Angebot von Ryanair am BER um 40 Prozent im Vergleich zum Winterflugplan 2019. Auch am Flughafen Frankfurt werde das Angebot reduziert.
Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich in der vergangenen Woche leicht eingetrübt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legte um 9000 auf 228 000 zu, wie das Arbeitsministerium berichtete. Es ist der zweite Anstieg in Folge. Experten hatten im Schnitt mit 225 000 Anträgen gerechnet.
Die Ökonomin Monika Schnitzer ist zur Vorsitzenden des Gremiums der Wirtschaftsweisen gewählt worden. Damit ist erstmals eine Frau Vorsitzende des Sachverständigenrates, der die Bundesregierung berät. Die 61-Jährige ist Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit April 2020 Mitglied des fünfköpfigen Gremiums.
Der deutsche Leitindex hat nach einem turbulenten Handelstag im Plus geschlossen. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets sprach von einem „Ritt auf der Rasierklinge“. Der Dax stieg um 1,5 Prozent auf 12 356 Punkte. Zuvor war er wegen hoher Inflationsdaten aus den USA am Nachmittag fast auf 12 000 Punkten abgesackt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise im September um 8,2 Prozent. Die höhere Teuerung in den USA und Europa macht weitere kräftige Zinserhöhungen der Notenbanken wahrscheinlich. Offenbar steckten die Anleger den Inflationsschock aber schnell weg und nutzten die gefallenen Kurse wieder zum Einstieg.
Auch der Euro verlor wegen der US-Zinserhöhungen leicht an Wert, er fiel am Nachmittag auf 0,9690 US-Dollar. höß/dpa