München – Die Anbieter von Biowaren spüren es schon lang: Die Kosten steigen, doch die Kunden können sich immer weniger leisten. Während viele Hofladenbetreiber in der Region noch darum kämpfen, die Preise niedrig zu halten, hat die Krise das erste größere Opfer gefordert: Die Supermarktkette Basic ist pleite.
Nach Aussage des Unternehmens fehlten in den vergangenen Monaten 15 Prozent der Kunden, jene, die sich „bio“ aufgrund der an allen Fronten steigenden Preise nicht mehr leisten können oder wollen.
Bernd Ohlmann, Sprecher des bayerischen Einzelhandelsverbandes, konkretisiert: „Vor allem die Biovollsortimenter sehen sich mit Problemen konfrontiert. Auch Ketten wie Bacher und und Superbiomarkt sind in Schieflage.“ Auch ein bekannter Großhändler befinde sich in der Abwicklung.
Doch grundsätzlich sei „bio“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen: „Die Leute kaufen jetzt nur eher beim Discounter, wo es auch Bio-Produkte gibt, aber man unterm Strich günstiger wegkommt.“ Das sei derselbe Mechanismus, wie bei konventionellen Produkten: „Es gibt ja auch Markenware und günstigere Eigenmarken – beides hat seine Zielgruppen“, so Ohlmann.
Auch bei Basic hofft man, bald wieder im Spiel zu sein und hat deshalb ein Schutzschirm-Verfahren beantragt. Dabei handelt es sich um eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts, bei dem der Betrieb unter der alten Geschäftsführung neu strukturiert wird, und nicht unter einem externen Verwalter. „Die Basic AG ist ein im Kern gesundes Unternehmen mit einem funktionierenden Geschäftsmodell, einer starken Marke und treuen Kunden“, so Alfred Wellensiek von der gleichnamigen Sanierungskanzlei, der das Schutzschirmverfahren begleitet.
Bei dem 1997 gegründeten Unternehmen mit Sitz in München geht es um 20 Filialen in ganz Deutschland mit 520 Mitarbeitern, davon viele in Bayern. Nach der ersten Filiale in München-Schwabing expandierte das Unternehmen schnell, unter anderem nach Wien und Salzburg. Erst im März vergangenen Jahres übernahm Basic die kleinere Supermarktkette Biomammut, deren Sanierung Teil der aktuellen Probleme sei.
Durch das frühe Aufspannen des Schutzschirms ist die Basic-Führung aber optimistisch: Man sei nicht zahlungsunfähig, die Gehälter der Mitarbeiter für die nächsten drei Monate durch die Agentur für Arbeit gesichert. Bereits im Sommer soll das Verfahren abgeschlossen sein. Dann will Basic – nach eigener Aussage – komplett neu strukturiert durchstarten. Ob das gelingt, dürfte maßgeblich daran hängen, wie sich die Inflationsrate entwickelt.