München – Der Gewinn des Lkw- und Zugbremsenherstellers Knorr-Bremse ist im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 506 Millionen Euro eingebrochen – den niedrigesten Wert seit 2013. Gründe seien der Ausstieg aus dem profitablen Russland-Geschäft, die Corona-Lockdowns in China und die Inflation, sagte der neue Vorstandschef Marc Llistosella gestern in München. Die Auftragsbücher seien voll. Aber langfristige Verträge mit staatlichen Bahnkunden an steigende Kosten anzupassen sei schwer, sagte Finanzvorstand Frank Weber.
Der Umsatz des im MDax notierten Weltmarktführers für Lkw- und Zugbremsen stieg um sieben Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Treiber war die Nachfrage der Lastwagenhersteller. Sie dürfte auf hohem Niveau stabil bleiben, auch das Wartungsgeschäft laufe gut, und Kostenanstiege könnten in dieser Sparte an die Kunden weitergegeben werden, sagte Weber. Die größte Herausforderung sei aktuell die Inflation. Gut die Hälfte der Altverträge habe Preis-Gleit-Klauseln, sagte Weber. Aber ein Drittel der dieses Jahr geplanten Umsätze in der Zugsparte stamme aus Aufträgen, die vor dem Ukraine-Krieg erteilt wurden. Preise bei langfristigen Verträgen anzupassen, sei hier schwer.
Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 795 Millionen Euro. Für dieses Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzanstieg auf 7,3 bis 7,7 Milliarden Euro und einer Ebit-Marge von 10,5 bis 12 Prozent – nachdem sie im vergangenen Jahr von 13,5 auf 11,1 Prozent gefallen war. „Die Zeiten bleiben hart“, sagte Llistosella. dpa