München – Franz Gasselsberger kommt als Chef der oberösterreichischen Oberbank seit rund 20 Jahren jedes Jahr nach München, um auch dort Bilanz zu ziehen. Fast immer hat er Rekordzahlen dabei. So auch diesmal. Und die 30 Filialen der Bank in Bayern leisten einen nicht unerheblichen Beitrag dazu.
Besonders freut es Gasselsberger, wenn die Kennzahlen, die für ihn ein solides Bankgeschäft ausmachen, im Vergleich zur Konkurrenz besonders gut ausfallen. Allen voran das Eigenkapital – und das zu guten Teilen aus dem eigenen Einlagengeschäft. „Das ist die Basis des Bankgeschäfts – und dazu braucht es das Vertrauen der Kunden“, doziert der Oberbankchef mit Blick auf die akutelle Krise bei einigen Banken. Stolz ist er auch auf die Kostenquote seines Hauses: Die sogenannte Cost-Income-Ratio lag zuletzt bei 48,75 Prozent, „was bedeutet, dass wir 48,75 Cent einsetzen, um einen Euro zu verdienen“, erklärt er. Beim Gros der deutschen Banken liege diese Quote um die 70 Prozent.
Die vor allem im Firmenkundengeschäft tätige Bank steigerte den Jahresüberschuss im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf den Bestwert von 295,3 Millionen Euro. Dazu trug das wieder anziehende Zinsgeschäft mit einem Plus von 17,3 Prozent bei. Das Eigenkapital wurde um 6,9 Prozent gesteigert, mit einer Kernkapitalquote von 18,3 Prozent liege man im oberen Drittel im Vergleich der europäischen Banken, so Gasselsberger.
Auch um das laufende Geschäftsjahr ist ihm nicht bange. An eine Rezession glaubt der Oberbank-Chef nicht mehr. Er vertraue da weniger den Analysten, als vielmehr den Unternehmern, den Kunden seiner Bank, die keineswegs in schlechter Stimmung seien. Vor allem die größeren Mittelständler würden Kredite nachfragen, um zu investieren und zu expandieren. Keine schlechte Perspektive für die Oberbank – und den nächsten Besuch von Franz Gasselsberger zum Jahresbericht in München.
CORINNA MAIER