Deutsche Firmen verlieren Marktanteile

von Redaktion

Hannover – Die Exporte der deutschen Industrie dürften in diesem Jahr hinter der Entwicklung des Welthandels zurückbleiben. Der Branchenverband BDI rechnet mit einem Wachstum der Ausfuhren um etwa 2 Prozent, während für den globalen Handel ein Plus von 2,5 Prozent angenommen wird. Man verliere Marktanteile. „Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands schwindet“, warnte BDI-Präsident Siegfried Russwurm zu Beginn der Hannover Messe. Der Industrieverband forderte von der Bundesregierung ähnlich wie die Maschinenbaubranche und die Elektro- und Digitalindustrie unter anderem weniger Bürokratie.

Russwurm geht von einer allmählichen Erholung nach der Corona-Krise und einer Entspannung der Lieferprobleme aus. Doch die Politik müsse stärker dazu beitragen, dass sich Deutschlands Position nicht verschlechtere. Klimaschutz und Digitalisierung erforderten bessere Rahmenbedingungen für Innovationen. „Wir brauchen Bürokratieabbau, spürbare Steuersenkungen sowie eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung.“ Vor allem dauerhaft viel zu hohe Stromkosten seien kritisch. „Es ist inzwischen so, dass sich deutsche Unternehmen dreimal überlegen, wo sie investieren.“

Nach dem Jahreswechsel war der BDI von einem Exportwachstum von nur gut einem Prozent ausgegangen. 2022 betrug die Steigerung knapp drei Prozent. Bei der Produktion rechnet der Verband mit einem Plus von etwa einem Prozent. „Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland die Transformation in den nächsten Jahren schafft“, sagte Russwurm. „Aber der Wettbewerb ist heftig.“ Es gebe erhebliche Investitionen außerhalb Deutschlands. „Das ist keine Drohgebärde. Das ist eine Realität.“

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