München – Im Wirecard-Prozess hat der Kurzzeit-Nachfolger des angeklagten Ex-Vorstandschefs Markus Braun die Zweifel an der Existenz der seit drei Jahren vermissten Milliarden untermauert. Die Bankbestätigungen über Treuhandguthaben von 1,9 Milliarden Euro seien ihm sofort suspekt gewesen, berichtete der US-Manager James Freis vor dem Landgericht München I.
Freis ließ sich als eine seiner ersten Amtshandlungen die Bankbestätigungen der zwei philippinischen Banken vorlegen, auf denen das Geld angeblich lagerte.
Laut seiner Zeugenaussage gab es mehrere offensichtliche Merkwürdigkeiten: Demnach hatte Wirecard nie Gebühren oder Verwahrzinsen für die Konten gezahlt, die meisten Beträge waren glatt. „Das war wirtschaftlich unvorstellbar.“ Auf einem der Konten war zudem eine Handy-Überweisung von 400 Millionen Euro verbucht. Dass eine derartige Summe per Mobiltelefon überwiesen werde, habe er noch nie gehört, sagte Freis.