BÖRSE

Abkopplung von China: „Aber wieso?“ Auftragsrückgang für die Industrie Baywa: Lutz wechselt in den Aufsichtsrat Lethargie am Aktienmarkt

von Redaktion

Merck-Chefin Belén Garijo hat in der Debatte über Abhängigkeiten von China auf hohe Hürden hingewiesen. „Eine Abkopplung Deutschlands von China würde 20 Jahren dauern“, sagte Garijo. „Aber für was?“ Die wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen Deutschland und der Volksrepublik seien groß. Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern selbst sei seit 90 Jahren in dem Land aktiv. „Wir haben keine Gründe zu glauben, dass China keine Chance mehr für uns ist.“

Die deutsche Industrie ist schwach ins zweite Quartal gestartet. Die Auftragseingänge fielen im April gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Der Rückgang folgt auf einen Einbruch im März, der mit 10,9 Prozent sogar noch etwas deutlicher ausfiel als bisher bekannt. Zum Vorjahresmonat gingen die Auftragseingänge im April um 9,9 Prozent zurück.

Der frühere Baywa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz ist nach kurzer Übergangsfrist an die Spitze des Aufsichtsrats gerückt. Lutz wurde auf der Hauptversammlung zum Nachfolger des früheren CSU-Politikers Manfred Nüssel gewählt, der knapp 23 Jahre amtiert hatte und damit laut Baywa dienstältester Aufsichtsratschef Deutschlands war.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben auch am Dienstag Vorsicht walten lassen. Der Dax notierte mal knapp im Minus, mal knapp im Plus. „Noch immer ist offen, welche Richtung der Dax einschlägt. Und so lange bleiben viele in Deckung. Neueinstiege und Gewinnmitnahmen halten sich in etwa die Waage. Die Angst, in der nächsten großen Bewegung auf der falschen Seite positioniert zu sein, hat zuletzt deutlich zugenommen“, erklärte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. Auch Konstantin Oldenburger von CMC Markets schlug in diese Kerbe: „Der Dax steckt in einer Konsolidierung fest, und es fehlen jegliche Impulse, was allerdings für beide Richtungen gleichermaßen gilt.“ Die nahezu schon lethargische Stimmung an der Börse dürfte sich mindestens bis zu den Notenbanksitzungen der USA und der Eurozone in der kommenden Woche fortsetzen, glaubt der Experte.  dpa, mm

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