Apples Blick in die Zukunft

von Redaktion

Cupertino – Sitzen wir bald alle auf der Couch – und haben eine Art Taucherbrille vors Gesicht geschnallt? So stellt sich jedenfalls Apple-Chef Tim Cook die Zukunft vor. Er hat jetzt die „Vision Pro“ präsentiert, die mit 3500 Dollar sündhaft teure erste Datenbrille des US-Konzerns. Cook feierte am Hauptsitz in Cupertino das „fortschrittlichste elektronische Gerät aller Zeiten“ und den „Beginn einer neuen Computer-Ära“. Andere Reaktionen waren weitaus weniger euphorisch. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Apples Gesichts-Computer und zu weiteren Neuheiten.

Was kann die Vision Pro?

Sie bringt riesige Bilder wie eine Kinoleinwand direkt vors Gesicht des Trägers. Das können Filme und Serien sein, Sportübertragungen, Büro-Dokumente oder Videochats, die damit aussehen sollen, als würde man direkt nebeneinandersitzen. Die Bilder schweben dabei in der realen Umgebung des Nutzers statt in einer rein virtuellen Welt. „Vision Pro vermischt das Reale und das Digitale“, beschreibt Tim Cook diese „Mixed Reality“. Witzigste Funktion: Die Augen des Trägers sind für sein Gegenüber zu sehen. Hierfür hat die Vision Pro außen einen Monitor und wird per Kamera quasi durchsichtig. Das soll die Nutzer weniger isoliert erscheinen lassen.

Wie waren die Reaktionen?

Sehr gemischt. Einige Apple-Fans jubeln auf Twitter, dass sie sich das Leben ohne die Brille nicht mehr vorstellen können. Die US-Experten von iMore beklagen dagegen einen „Science-Fiction-Horror“. Generell sehen die Bilder von Menschen mit der Apple-Taucherbrille auf dem Kopf sehr skurril aus. Ein Video zeigt einen Vater, der auf einer Geburtstagsparty die Brille aufhat und damit seine Kinder filmt. Da liegt der Schluss nahe, dass die Kleinen viel lieber mit ihrem echten Analog-Papa feiern würden. Die Reaktion der Börse war eindeutig: Während der Vorstellung rauschte die Apple-Aktie von 184 auf 179 Dollar nach unten – auch, weil offenbar noch nicht einmal Apple selbst klar ist, was sinnvolle Einsatzzwecke sein könnten.

Lohnt sich der Kauf?

Kurz und knapp: Nein! Die Brille erscheint Anfang 2024 ohnehin vorerst nur in den USA. Deutschland folgt wahrscheinlich später. Der Preis dürfte sich dann Richtung 4000 Euro bewegen. Die Technik wird sich in den nächsten Jahren schnell weiterentwickeln. Wer sich eine virtuelle Zukunft wünscht, wartet besser bis 2026 oder 2027 – wenn es eine kleinere, leichtere Version der Brille womöglich für 1000 oder 1500 Euro gibt. Und wer jetzt schon neugierig ist, legt sich Ende 2023 die neue Datenbrille Quest 3 von Facebook/Meta zu, die Ähnliches kann, aber „nur“ 570 Euro kostet.

Was hat Apple noch gezeigt?

Das MacBook Air gibt es jetzt auch mit 15,3-Zoll-Schirm ab 1599 Euro – für alle, die ein etwas günstigeres, leichteres Notebook und trotzdem viel Platz auf dem Bildschirm wollen. Der Profi-Rechner Mac Pro hat genug Leistung, um Hollywood-Filme zu schneiden – und kostet spektakuläre bis zu 14 519 Euro. Kostenlos ist dagegen die Aktualisierung auf iOS 17, die im Herbst für alle iPhones ab dem XS und XR von 2018 kommt. JÖRG HEINRICH

Artikel 5 von 5