München – Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden in diesem Zeitraum 48 804 Anträge für die Förderung einer Wärmepumpe gestellt. Im Vorjahreszeitraum waren es 97 766 Anträge, wie aus Veröffentlichungen der Behörde hervorgeht.
„Die Bafa-Zahlen sind ein Zeugnis der enormen Verunsicherung, die das geplante Heizungsgesetz ausgelöst hat“, sagte der Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, Frank Ebisch, den Funke-Zeitungen. Die Betriebe wüssten nicht, wie sie rechtssicher beraten könnten und wie es mit der Förderung weitergehe. „Da kann es nicht überraschen, dass Verbraucher und Firmen in der derzeitigen Lage lieber abwarten.“
Olaf Zimmermann, Obermeister der Innung Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik in München sowie Vorstandsmitglied der Handwerkskammer für München und Oberbayern, bestätigte den Befund: „Wir sehen das bei uns in der Praxis: Die Kunden zögern, weil sie nicht wissen, wie viel Förderung sie in Zukunft erhalten.“ Ursache dafür sei, dass das Heizungsgesetz nicht vor der Sommerpause verabschiedet worden sei. Zimmermann wiederholte seine Kritik, dass die Diskussion um ein im Kern sinnvolles Gesetz „völlig entglitten“ sei.
Der Heizungsbauer warnte Kunden, bei denen ein Heizungstausch ansteht, sich allzu sehr auf eine kommunale Wärmeplanung zu verlassen. „Wenn noch keine Fernwärmeleitungen in der Straße verlegt sind, können leicht zehn Jahre vergehen, bis der Fernwärmeanschluss am Haus tatsächlich steht.“
Kunden, die sich bereits für eine Wärmepumpe entschieden hätten, rät Zimmermann, mit dem Kauf nicht zu zögern: „Wer von der Technik überzeugt ist, soll sie einbauen, auch wenn man dadurch auf eine möglicherweise höhere Förderung im kommenden Jahr verzichtet.“ Wärmepumpen seien jetzt wieder lieferbar.
Auch bei Sanierungen halten sich die Deutschen offenbar zurück. Nach vorläufigen Zahlen des Marktforschungsinstituts B+L seien im ersten Halbjahr 14,88 Millionen Quadratmeter Gebäudefläche mit Wärmedämmverbundsystemen gedämmt worden – ein Minus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel re-agierte besorgt. „Die politische Diskussion ist auf die Heizungstechnik verengt. Das Thema Wärmedämmung ist für viele Immobilienbesitzer aus dem Fokus gerückt – das spiegelt sich am Markt wider“, sagte VDPM-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Riechers den Funke-Zeitungen. sh/dpa