Berichte: Führungskrise bei der BayWa

von Redaktion

München – Deutschlands größtes Agrar- und Baustoffhandelsunternehmen, die BayWa, steckt offenbar in einer tiefen Führungskrise. Das berichteten gestern übereinstimmend der Bayerische Rundfunk (BR) und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“). Demnach ist zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Marcus Pöllinger und dem Aufsichtsrat das Vertrauen erschüttert. Für den heutigen Freitag hat Pöllingers Vorgänger, der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Josef Lutz, das Kontrollgremium den Berichten zufolge zu einer außerordentlichen Sitzung eingeladen. Lutz bestätigte gegenüber der „FAZ“ den Termin, wollte sich nach Angaben der Zeitung aber nicht weiter zu dem Fall äußern.

Laut BR soll auf der heutigen Aufsichtsratssitzung über die Zukunft von Pöllinger beraten werden. Der Topmanager müsse damit rechnen, seinen Job nach nur wenigen Monaten wieder zu verlieren. Pöllinger hatte erst im April 2023 den Chefposten bei der BayWa übernommen. Sein Vorgänger Klaus Josef Lutz wechselte wenige Wochen nach Pöllingers Amtsantritt in den Aufsichtsrat des börsennotierten Agrarkonzerns aus München.

Hintergrund der aktuellen Führungskrise bei der BayWa ist offenbar eine Untersuchung wegen möglicher Compliance-Verstößen. Wie die „FAZ“ berichtete, soll der Aufsichtsrat gegen Pöllinger eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Compliance-Verstöße eingeleitet haben. Neben der möglichen Missachtung der Regeln guter Unternehmensführung soll Pöllinger sich auch mit BayWa-Finanzvorstand Andreas Helber überworfen haben, will die „FAZ“ aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren haben. Der BR berichtete, Pöllinger habe das Vertrauen von Aufsichtsratschef Klaus Josef Lutz verspielt. Eine Sprecherin des Unternehmens lehnte eine Stellungnahme zu den Vorgängen gestern ab. mm

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