Tokio/Brüssel – Deutschland hat Japan trotz sinkender Wirtschaftsleistung als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsdaten der japanischen Behörden hervor. Dabei entwickelt sich die japanische Wirtschaft im vergangenen Jahr nach aktuellen Daten aus Tokio gar nicht so schlecht: Obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,1 Prozent schrumpfte, legte die Wirtschaftsleistung über das Jahr gesehen um 1,9 Prozent zu. Wegen der Schwäche der Landeswährung Yen entsprach das BIP aber nur 4,2 Billionen Dollar (3,9 Billionen Euro). Das deutsche BIP dagegen sackte 2023 um 0,3 Prozent ab – überholte wegen der Wechselkurse mit 4,5 Billionen Dollar aber nominal das japanische. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind mit jeweils großem Abstand weiterhin die USA und China. Der Aufstieg Deutschlands ist daher vor allem symbolisch – insgesamt ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft schlecht.
Wie die EU-Kommission gestern mitteilte, rechnet sie für Deutschland 2024 mit einem Wachstum in Höhe von nur noch 0,3 Prozent. Damit würde Deutschland so langsam wachsen wie kein anderes Land in der Eurozone. Am Mittwoch hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angekündigt, die Prognose seines Hauses von 1,3 auf 0,2 Prozent zu senken. Ende Januar hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) noch ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt (siehe Tabelle). afp