Neubiberg – Der Münchner Chip-Konzern Infineon hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz schwacher Konsumstimmung gut geschlagen: Besonders der starke Absatz der chinesischen E-Auto-Bauer und das Geschäft mit Erneuerbaren Energien haben das Geschäftsjahr 2023 zum profitabelsten überhaupt gemacht. Die Aktionäre werden mit einer Dividende von 35 Cent beteiligt, drei Cent mehr als im Vorjahr, wie Infineon gestern auf seiner Hauptversammlung bekannt gab.
Die Neubiberger haben das Ziel klar im Blick: Sie wollen Halbleiter für die großen Wachstumsthemen liefern, darunter E-Mobilität, automatisiertes Fahren, Rechenzentren, Erneuerbare Energien und die Vernetzung von Geräten. Infineon profitiert damit auch vom Erfolg der chinesischen E-Auto-Bauer: „Zwar ist der Umweltbonus als staatliche Förderung in Deutschland ausgelaufen. China als wichtigster Markt zeigt jedoch eine ungebrochene Dynamik.“ Neben den klassischen Halbleitern aus Silizium stärkt Infineon aktuell das Geschäft mit Galliumnitrid und Siliziumkarbid, die jeweils in Sachen Leistungsfähigkeit und Energieeffizenz Vorteile versprechen. Kunden sollen vor allem Rechenzentren für KI-Anwendungen und die Autoindustrie sein.
Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro zu, die Segmentergebnismarge stieg um 3,2 Prozentpunkte auf 27 Prozent. „So profitabel war Infineon noch nie“, erklärte Vorstandschef Hanebeck. Infineon schlug den Markt nach eigenen Angaben deutlich. Die Branche spürt aktuell die global schwache Konsumlaune, so auch Infineon. Verbraucherbezogene Chips, etwa für Computer oder vernetzte Geräte, befänden sich „in einem anhaltenden Nachfragetief“. Hanebeck betonte jedoch, dass der Chip-Markt traditionell zyklisch verlaufe: „Unsere Disziplin ist nicht der Sprint. Eher der Marathon.“ mas