Leitzins bleibt bei 4,5 Prozent

von Redaktion

Frankfurt – Die von der Wirtschaft ersehnte Zinssenkung im Euroraum lässt weiter auf sich warten. Vorerst bleibt der Leitzins, zu dem sich Banken im Euroraum frisches Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) besorgen können, unverändert bei 4,5 Prozent. Das entschied der Rat der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Der Einlagenzins, den Banken für geparkte Gelder erhalten, beträgt weiterhin 4,0 Prozent. Damit lässt die EZB die Leitzinsen im Währungsraum der 20 Staaten zum vierten Mal in Folge unverändert.

Dass Kredite damit mehr kosten, kann die Nachfrage bremsen und hohen Inflationsraten entgegenwirken. Teurere Finanzierungen sind aber zugleich eine Last für Unternehmen und private Investoren, was die Wirtschaft bremst. Nach neuester Einschätzung der EZB wird die Inflation im Euroraum schneller zurückgehen als noch im Dezember erwartet. Zugleich haben sich die Aussichten für die Konjunktur im Währungsraum der 20 Länder weiter eingetrübt, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Prognose der Notenbank hervorgeht. Für das laufende Jahr rechnet die EZB nun mit einer Teuerungsrate von 2,3 Prozent.

Führende Notenbanker warnten in den vergangenen Wochen davor, voreilig den Sieg über die Inflation auszurufen. „Auch wenn die Versuchung groß sein mag: Für Zinssenkungen ist es zu früh“, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Die meisten Volkswirte rechnen damit, dass die EZB im laufenden Jahr die Zinsen senken wird.

EZB-Chefin Christine Lagarde betonte jedoch: Der EZB-Rat müsse für Kursänderungen zunächst zuversichtlich sein, dass das Inflationsziel der Notenbank nachhaltig erreicht werde.  dpa

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