In der Zuliefererbranche (im Bild ZF Friedrichshafen) werden immer mehr Stellen abgebaut. © Karl-Josef Hildenbrand, dpa
München/Schweinfurt – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) rechnet in den nächsten Jahren mit einem starken Stellenabbau in der bayerischen Autoindustrie. Bis 2040 dürften 106 000 Arbeitsplätze bei Autobauern, Zulieferern, Kfz-Werkstätten und im Autohandel wegfallen, teilte der Verband in München mit und verwies auf eine Prognos-Studie im Auftrag des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung. Das entspreche etwa einem Fünftel der bisherigen Arbeitsplätze.
Hintergrund seien technologische Umbrüche, höhere Produktivität und andere Absatz- und Produktionszahlen. Aber angesichts des Fachkräftemangels und des schrumpfenden Angebots an Arbeitskräften sei der geringere Bedarf an Arbeitskräften positiv, heißt es in der Prognos-Studie. Die Zahl der Arbeitskräfte in Bayern werde bis 2040 um 400 000 auf 6,2 Millionen sinken. Einen steigenden Bedarf an Arbeits- und Fachkräften erwarten die Autoren bei Elektronik, Mechatronik und IT, einen sinkenden Bedarf bei Fahrzeugtechnik und Metallbearbeitung.
Die IG Metall Schweinfurt beklagt derweil bereits heute den anstehenden Abbau vieler hundert Arbeitsplätze bei Autozulieferern in der Region. „Es fühlt sich gerade wie ein Erdrutsch an“, sagte der Erste Bevollmächtigte Thomas Höhn am Mittwoch.
Der am Dienstag angekündigte Abbau von 420 Stellen bei Preh sei nur die jüngste in einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften. ZF wolle bis Ende des Jahres mindestens 380 Stellen im Bereich Elektromobilität und Verbrenner-Technologie abbauen. SKF habe gerade 500 Arbeitsplätze abgebaut, plane Kurzarbeit und vollziehe nun die nächste Phase des angekündigten Personalabbaus mit Altersteilzeit.
Schaeffler wolle wegen der schwachen Auftragslage im Industriegeschäft die Arbeitszeit von 2000 Beschäftigten am Standort Schweinfurt für ein Jahr auf 30 Stunden in der Woche senken.
Die Gewerkschaft kämpfe um jeden Arbeitsplatz, betonte Höhn und forderte von den Unternehmen, „dass sie in diesen rauen Zeiten zu ihren Beschäftigten stehen“.