Tesla-Herausforderer Fisker ist insolvent

von Redaktion

An der Tür des Münchner Showrooms von Fisker klebt ein Zettel: „Vorübergehend geschlossen“. Die Glastüren sind zu, der gesamte Raum gähnend leer. Der Grund: Der als Tesla-Herausforderer angetretene E-Autohersteller Fisker ist insolvent. Man habe Gläubigerschutz nach Kapitel 11 beantragt und sei bereits „in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Investoren“, teilte das Unternehmen mit. Kapitel 11 gewährt vor der Pleite stehenden Firmen Schutz vor ihren Gläubigern, um sich neu zu ordnen. Fisker will nun offenbar vor allem Aktien verkaufen, um sein Überleben zu sichern.

Die Pleite kommt nicht aus heiterem Himmel. Fisker-Chef Henrik Fisker hatte Ende Februar bei der Vorstellung der Bilanzzahlen bereits von einem schwierigen Jahr gesprochen und Lieferschwierigkeiten bei einigen Teilen, Fachkräftemangel und einen Nachfragedämpfer in Folge der Inflation genannt. Die 2022 gestartete Produktion seines Modells „Ocean“ stellte das Unternehmen im Mai ein, um Kosten zu sparen. Fisker litt unter Anlaufproblemen, der harten Konkurrenz am Automarkt und dem zuletzt geringer als erhofften Interesse an E-Autos.

Fisker war 2020 an die US-Börse gegangen. Damals war das Unternehmen mit 2,9 Milliarden Dollar bewertet worden. Um sich von anderen Herstellern abzusetzen, warb Fisker damit, umweltfreundliche oder recycelte Materialien zu verwenden. 2023 produzierte Fisker nach eigenen Angaben 10 193 „Ocean“-Autos, weniger als 5000 davon sollen ausgeliefert worden sein. In diesem Jahr hätten etwa 20 000 Autos an Kunden gehen sollen.

Henrik Fisker, ein dänischer Unternehmer, der schon für BMW und Aston Martin Autos entworfen hat, gründete seine erste Firma 2007 in Kalifornien, zusammen mit dem Deutschen Bernhard Köhler. 2012 brachten sie mithilfe eines staatlichen Darlehens in Höhe von 192 Millionen Dollar den Fisker Karma heraus, einen Luxusschlitten mit Hybridantrieb für 100000 Dollar. Justin Bieber, Leonardo DiCaprio und Ashton Kutcher kauften sich einen Karma. 2013 allerdings war das Unternehmen pleite. 2016 startete Fisker dann neu.
AFP/HÖSS

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