Siemens mit „gesundem Wachstum“

von Redaktion

Gewinn klettert im dritten Quartal um 48 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro

Siemens-Chef Roland Busch bei der Hauptversammlung des Konzerns im Februar dieses Jahres. © Archiv/Frank Hoermann/IMAGO

München – Manchen Geschäftsbereichen im verzweigten Siemens-Konzern macht die schwache Konjunktur zu schaffen, andere Bereiche boomen. In Summe hat das im dritten Quartal auf Konzernebene zu sprudelnden Gewinnen geführt. Wie Siemens gestern in München mitteilte, kletterte der Gewinn unterm Strich verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. „Wir haben im dritten Quartal ein gesundes Wachstum erzielt“, sagte Siemens-Chef Roland Busch. Der Umsatz stieg um fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 19,8 Milliarden Euro. „Der Auftragsbestand beträgt starke 113 Milliarden Euro. Das bedeutet, wir werden weiter wachsen, und zwar profitabel.“

Bei Siemens ist das dritte Quartal der Zeitraum zwischen April und Juni. Das Geschäftsjahr des Konzerns endet traditionell Ende September.

Zufrieden zeigte sich der Siemens-Chef insbesondere über gute Geschäfte beim Verkauf von Industrie-Software. Siemens habe mehrere große Lizenzverträge gewonnen, sagte Busch. Bei der Software, die Siemens anbietet, handelt es sich um Anwendungen für Industriekunden für die Produktion. Das Software-Geschäft ist Teil der Sparte Digital Industries, in der auch das Geschäft mit der Automatisierung von Fabriken gebündelt ist.

Und in der Automatisierung ist die Lage eine andere: Das Geschäft bleibe „herausfordernd“, sagte Busch. Die Wirtschaftslage in China und Europa sei schwierig. „In wichtigen Branchen wie Maschinenbau und Automobilindustrie ist das Investitionsklima schlecht.“ Indikatoren wiesen darauf hin, dass die Lage schwierig bleibe. „Daher erwarten wir, dass sich die Nachfrage langsamer erholen wird als ursprünglich angenommen.“ Insgesamt stieg das Ergebnis von Digital Industries im dritten Quartal um drei Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Deutlich stärker legte die Sparte Smart Infrastructure zu. Hier verkauft Siemens beispielsweise Software für die Simulation und Steuerung von Stromnetzen sowie Automatisierungslösungen für Umspannwerke. Das Ergebnis stieg im dritten Quartal um 20 Prozent auf 923 Millionen Euro. „Wir profitieren vom Boom der Künstlichen Intelligenz und der beschleunigten Energiewende. Zum einen werden viele neue Rechenzentren gebaut und zum anderen werden die Stromnetze erweitert, um mehr Erneuerbare Energien aufnehmen zu können“, sagte Busch.

Auch in der Zugsparte Mobility laufen die Geschäfte solide. Das Ergebnis lag im dritten Quartal bei 227 Millionen Euro. Die Aufträge gingen aber zurück. „Der Rückgang bei den Aufträgen beruht vorwiegend darauf, dass Mobility im Vorjahresquartal einen Rekord-Auftragseingang verzeichnete“, sagte Busch. Damals machte sich unter anderem ein Großauftrag für ein schlüsselfertiges Bahnsystem in Ägypten in der Bilanz bemerkbar, die Rede war von einem „Suezkanal auf Rädern“ für den Güterverkehr kombiniert mit Hochgeschwindigkeitstrassen quer durch Ägypten.
SEBASTIAN HÖLZLE

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