Arbeitsmarkt: Autokrise wirft Schatten

von Redaktion

Nürnberg – Die schwache Konjunktur hemmt den Arbeitsmarkt in Bayern. Die Arbeitslosigkeit ist im September zwar saisonal üblich zurückgegangen – allerdings nur schwach, wie Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, sagte.

Die gemeldete Nachfrage nach neuen Arbeitskräften sei ebenfalls gesunken. „Wir spüren deutliche Vorboten, dass die von der Metall- und Elektroindustrie sowie von der Automobilbranche geprägte bayerische Wirtschaft besonders stark von der derzeitigen Konjunkturlage und den Transformationsprozessen betroffen ist“, sagte Schmitz.

Im September ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 6159 auf 293 493 Menschen zurück. Schaut man auf den September 2023, so sind nun rund 32 500 mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 3,8 Prozent, 0,1 Punkte weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Quote um 0,4 Punkte.

Nicht besser sieht es auf Bundesebene aus, im Gegenteil: Deutschland nimmt Kurs auf die Marke von drei Millionen Arbeitslosen. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles geht davon aus, dass diese Marke im nächsten Halbjahr erreicht wird. Aktuell sind in ganz Deutschland 2,806 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das waren 179 000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Das kann im nächsten Frühling, wenn sich daran nichts ändert, auch kurzfristig dazu führen, dass wir über drei Millionen kommen“, sagte Nahles in Nürnberg bei der Vorstellung der Arbeitsmarktstatistik für den Monat September. Es gebe derzeit keinerlei Signale, dass sich an der seit Mitte 2022 andauernden Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt schnell etwas ändere. Die Grenze von drei Millionen Arbeitslosen war zuletzt im Februar 2015 überschritten worden.

Wegen der schwachen Herbstbelebung am Arbeitsmarkt sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September im Vergleich zum Vormonat nur leicht um 66 000 auf 2,806 Millionen Menschen. Das sind 179 000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, teilte die Bundesagentur mit. Die Arbeitslosenquote sank im September im Vergleich zum August um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

„Der Auftakt der Herbstbelebung am Arbeitsmarkt verläuft in diesem Jahr also nur schleppend“, sagte Arbeitsagenturchefin Nahles gestern in Nürnberg.

Die Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW, Fritzi Köhler-Geib, sieht trotz der anhaltend schwierigen Lage für das nächste Jahr dennoch eine leichte Entspannung. Die Zahl der Arbeitslosen werde voraussichtlich im Jahresdurchschnitt von 2,6 Millionen im Jahr 2023 auf 2,8 Millionen im Jahr 2024 steigen. „Im Jahresdurchschnitt 2025 dürfte die Arbeitslosigkeit dann wieder leicht sinken“, sagte sie.

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