New York/München – Nach dem Sprung über die Marke von 80 000 US-Dollar am Wochenende setzt der Bitcoin seinen Rekordlauf fort. Auf der Plattform Bitstamp kletterte die älteste und bekannteste Kryptowährung auf fast 81 900 Dollar. Seit dem Jahrestief bei 38 500 Dollar im Januar hat sich ihr Wert mehr als verdoppelt. Indirekt profitieren vom Boom auch Unternehmen, die mit ihren Produkten auf die Krypto-Technologie setzen.
Kräftigen Rückenwind hat der Bitcoin vom Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen in der Vorwoche erhalten. Seither ging es für den Bitcoin um rund 18 Prozent nach oben. Auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Solana bleiben gefragt.
Der ehemalige und kommende US-Präsident Trump war im Wahlkampf der Favorit von der Mehrheit der Krypto-Community. Trump hatte sich zwar während seiner ersten Präsidentschaft negativ über den Bitcoin geäußert. Zuletzt hatte er aber aktiv die Krypto-Community umworben. Auf einer großen Bitcoin-Konferenz in Nashville versprach Trump, den Kryptomarkt weitgehend unreguliert zu lassen und für billigen Strom für das Berechnen neuer Bitcoin-Münzen („Mining“) zu sorgen. Sein Ziel: eine strategische Bitcoin-Reserve für den US-Staat aufbauen.
Der Markt wirkt in Teilen etwas überhitzt. Dass Kryptowährungen einen solchen Platz im US-Wahlkampf gefunden haben, unterstreiche die mittlerweile erreichte Bedeutung der Anlageklasse, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Der starke Anstieg des Bitcoin-Kurses über das Wochenende zeige zudem, dass auch zusehends Privatanleger der Rallye neue Dynamik verliehen.
Am Markt habe sich mittlerweile eine Eigendynamik entfaltet, der der Rallye Tag für Tag Schwung verleihe. Die Hausse nähre die Hausse, sagte Emden. Wohl auch, weil manch ein Anleger Angst habe, die Rallye zu verpassen. Doch um sich an Bitcoin, Ether oder Solana heranzuwagen, braucht es etliche Jahre Börsenerfahrung und Risikofreude. Aber auch Anleger, die nicht direkt in die hochvolatile digitale Währung investieren wollen, können vom Krypto-Boom profitieren.
Wem die immensen Schwankungen zu hoch sind, für den sind Bitcoin- und Blockchain-Aktien aus der zweiten Klasse interessant. Das Unternehmen „Block“ mit Sitz in San Franciso ist – ähnlich wie PayPal – auf die digitale Abwicklung von Zahlungen spezialisiert. In der laut Gründer Jack Dorsey „Bank der Zukunft“ werden nicht nur traditionelle Bankgeschäfte auf dem Smartphone vereinfacht, sondern es lassen sich auch Bitcoins and andere Kryptowährungen aufbewahren und übertragen. 2023 erwirtschaftete Bitcoin zwar erst 4,2 Prozent der Unternehmensgewinne, aber das Wachstum des Geschäftsbereichs verläuft rasant.
Auch Chiphersteller AMD hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich und profitiert noch mehr als Nvidia von der Kryptoherstellung. Denn Grafikchips eignen sich besonders gut für die Schlüsselberechnung. War die AMD-Aktie 2016 weniger als 2 USD wert, so kostet sie heute rund 160 USD. Weiter ist Microsoft Vorreiter bei der Blockchain-Technologie. Die Azure-Cloud unterstützt Blockchain-Protokolle und kann rechtlich bindende Verträge implementieren. Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr beim Umsatz ein Plus von 16 Prozent.
DPA/OT