E-Autos sind in Deutschland Ladenhüter. Es fehlen Kaufanreize und günstige Einsteigermodelle. © Julian Stratenschulte/dpa
München – 2024 wurden lediglich rund 380 600 reine Elektro-Pkw neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das war mehr als ein Viertel weniger als im Jahr davor. Der Anteil an sämtlichen Neuzulassungen ging im Vorjahresvergleich um fast fünf Prozentpunkte auf 13,5 Prozent zurück.
Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 rund 15 Millionen reine Batterieautos auf deutschen Straßen zu haben, rückt damit in weite Ferne. Laut KBA lag der Bestand jüngst bei rund 1,4 Millionen E-Fahrzeugen.
Von den Quoten mancher skandinavischer Länder bleibt Deutschland weit entfernt. Elektroautos machen etwa in Dänemark mittlerweile mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Pkw aus. Noch besser steht Norwegen da. Von den knapp 129 000 Pkw, die 2024 neu zugelassen wurden, waren satte 88,9 Prozent E-Autos. Das Land hat stark in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investiert und finanzielle Anreize für den Kauf geschaffen.
Als Hauptgrund für die eingebrochene Nachfrage sieht Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY, das abrupte Ende der staatlichen Kaufförderung, die Ende 2023 im Zuge des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts überraschend eingestellt wurde. Weil die CDU gegen den Klima- und Transformationsfonds geklagt hatte, fehlte es an der Ampel-Regierung an den dafür geplanten Mitteln.
Fachleute führen zudem die nach wie vor hohen Preise für Elektroautos in Deutschland an. Insbesondere die deutschen Hersteller brachten bisher vor allem elektrifizierte Varianten ihrer hochpreisigen Modelle auf den Markt.