Berlin – Während des Lokführerstreiks vor einem Jahr waren sie wie Feuer und Wasser: Der damalige GDL-Chef Claus Weselsky und DB-Personalvorstand Martin Seiler überzogen sich gegenseitig mit Vorwürfen. Mittlerweile ist der Konflikt Geschichte und Weselsky im Ruhestand. Doch Seilers Rolle ist bei der GDL offenbar unvergessen. Jetzt fordert die GDL in einem offenen Brief an den DB-Aufsichtsrat, Seilers Vertrag bei der DB nicht zu verlängern.
Die Entscheidung stehe in wenigen Tagen an, heißt es. Man sehe aber „den personalpolitischen Frieden bei einer Wiederwahl seiner Person“ nicht als gesichert an, heißt es bei der GDL zur Begründung. Seilers Vorgehen habe die GDL zu Streiks provoziert, er verbrenne bei jeder Tarifrunde „mutwillig Steuergelder in Millionenhöhe“. Man gehe bewusst an die Öffentlichkeit, auch wenn das in Personalangelegenheiten „unorthodox“ sei. Der frühere Telekom-Manager Seiler ist seit 2018 bei der DB, sein fünfjähriger Vertrag läuft Ende des Jahres aus.
DW