Teslas auf Halde. Mit seiner neuen Rolle in der US-Politik macht sich Tesla-Chef Musk nicht nur Freunde. © Patrick Pleul
Grünheide – Noch Tesla-Autos anschaffen oder nicht? Diese Frage wird in einigen Chefetagen gestellt. Unternehmen wie der baden-württembergische Energieversorger Badenova, der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick oder die Drogeriemarktkette Rossmann teilten bereits mit, künftig auf neue Autos der Marke zu verzichten. Auslöser sind verschiedene Äußerungen und das Wirken von Tesla-Chef Elon Musk, der sich verstärkt als Rechtspopulist geriert.
Der Autobauer Tesla selbst nahm zu der Frage nach Boykotts zunächst keine Stellung. „Wir äußern uns hierzu nicht“, sagte eine Sprecherin des europaweit einzigen E-Auto-Werks von Tesla in Grünheide.
Tech-Milliardär Musk polarisiert: Unlängst sprach er auf der Plattform X eine Wahlempfehlung für die AfD aus, auch in anderen Ländern mischt er sich in den Wahlkampf ein. Der neue US-Präsident Donald Trump machte kurz nach Amtsantritt ein Gremium offiziell, in dem der Vertraute Musk helfen soll, die US-Staatsausgaben drastisch zu kürzen.
Noch sind es einzelne Unternehmen, die Tesla eine Abfuhr erteilen. Künftig könnten vermehrt auch Privatleute auf den Kauf von Autos des Elektropioniers verzichten. Das taten viele offenbar schon 2024. Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes lag Tesla bei E-Autos in Deutschland noch immer vorn, die Zahl der Neuzulassungen brach jedoch um fast 35 Prozent ein. Mögliche Erklärung: Potenzielle E-Auto-Kunden wenden sich aus politischen Gründen von der Marke des US-Milliardärs ab. Menschen, die Musk ideologisch nahestehen, sind hingegen eher nicht die klassischen Elektroautokäufer.