Warum Porsche wieder stärker auf Verbrenner setzt

von Redaktion

Stuttgart – Porsche will sich mit einem teuren Maßnahmenprogramm gegen die Krise zur Wehr setzen. Dafür nehmen die Stuttgarter in diesem Jahr viel Geld in die Hand, um neue Autos mit Verbrennermotor oder Plug-in-Hybridantrieben zu entwickeln und mehr Sonder- und Exklusivausstattungen anzubieten.

Konzernchef Oliver Blume nimmt dafür ein deutliches Absacken der operativen Marge in Kauf, wie die VW-Konzerntochter am Donnerstagabend überraschend mitteilte. Besonders die wieder stärkere Ausrichtung auf Verbrennerautos ließ aufhorchen.

Elektroautos und Porsche passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Wo es in der alten Verbrennerwelt röhrte und stank, war zuletzt nur noch ein leises Summen zu hören. Die Zuffenhausener hatten sich dennoch große Ziele gesetzt – nun passen sie unter anderem wegen der mauen Nachfrage und Problemen in China die Strategie an.

Der Konzern, der mehrheitlich zu Volkswagen gehört, will sich mit viel Geld gegen die Krise stemmen: 2024 rechnet Porsche mit Mehrbelastungen von bis zu 800 Millionen Euro. Außerdem soll in Batterieaktivitäten investiert und die Organisation umgebaut werden. Doch wieso muss Porsche umdenken?

Porsche hatte lange eine der ehrgeizigsten E-Auto-Strategien der Branche. Bis 2030 sollten mehr als 80 Prozent der Sport- und Geländewagen mit einem vollelektrischen Antrieb vom Band laufen. Der E-Motor sei dem Verbrenner langfristig überlegen, betonte Porsche-Chef Oliver Blume bei mehr als einer Gelegenheit. Bisher war geplant, dass fast alle Modelle nach und nach auf elektrische Antriebe umgestellt werden. Ausnahme war der Elfer.

Im Herbst verkündete der mittlerweile in Ungnade gefallene Finanzvorstand Lutz Meschke dann, man erwäge, ursprünglich rein elektrisch geplanten Fahrzeugen künftig doch einen Hybrid-Antrieb oder einen Verbrennungsmotor zu verpassen. Der Wurm müsse dem Fisch schmecken, hieß es. Denn das scheint aktuell nicht der Fall zu sein: Die Nachfrage nach den Autos aus Zuffenhausen schwächelt. Im vergangenen Jahr verkaufte Porsche gut 310 700 – drei Prozent weniger als 2023. Nur ein kleiner Teil der verkauften Fahrzeuge hatten einen E-Motor.

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