München – Bayern startet heute im Ministerrat eine Offensive für Forschung an Kernfusion. „Wir müssen offen sein für neue Technologien“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagabend bei einer Veranstaltung der vbw. Es werde „neue Lehrstühle“ und einen Schwerpunkt der Forschung in Bayern geben. Man werde in der Anwendung verstärkt auf kleine Reaktoren setzen und Technologie, die den Atommüll sehr stark reduziere. Dazu gebe es neue Studien. Er und Wissenschaftsminister Markus Blume stellen heute Details der Pläne vor, die unter anderem in Garching umgesetzt werden sollen.
Söder sagte mit Blick auf große Kernkraftwerke: „Mir ist klar, dass die Kernenergie nicht so einfach reaktivierbar ist.“ Manche der beteiligten Unternehmen verfolgten zudem andere Interessen. Ein Weg seien hier Kooperationen mit Partnerländern wie Frankreich und Tschechien. Und: Der Debatte und der Forschung dürfe man sich nicht verschließen. Bayern als besonders energieintensivem Land habe der Ausstieg besonders geschadet.
Zu einer Energie- und Kraftwerksstrategie insgesamt gehöre neben den Erneuerbaren, „mindestens zehn Gaskraftwerke“ in Bayern zu haben, es brauche mehr Tempo beim Stromleitungsbau sowie Wasserstoffnetze. Söder schränkte allerdings ein, er rechne nicht mehr damit, dass binnen zehn Jahren grüner Wasserstoff wettbewerbsfähig sei.
CD