Ein echter und ein falscher Fünfzig-Euro-Schein werden gegen das Licht gehalten. Laut Bundeskriminalamt wird Falschgeld immer häufiger im Internet gehandelt. © Franziska Gabbert/dpa
Frankfurt – Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Falschgeld aus dem Verkehr gezogen – die Schadenssumme verringerte sich aber. Insgesamt wurden 72 400 falsche Euro-Scheine registriert, das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Zentralbank am Freitag mitteilte. Die Schadenssumme ging um zwölf Prozent auf 4,5 Millionen Euro zurück. „Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Täter wieder vermehrt einfache Fälschungen mit geringerem Nennwert in Verkehr gebracht haben“, erklärte Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz.
Am häufigsten gefälscht werden 50-Euro-Scheine, sie machten im vergangenen Jahr rund 40 Prozent der Fälschungen aus. Dahinter lagen die 20-Euro-Noten mit einem Anteil von 28 Prozent. Fünf-Euro-Scheine und 500-Euro-Noten werden fast gar nicht gefälscht.
„Insgesamt bleibt das Falschgeldaufkommen moderat“, erklärte Balz: Rein rechnerisch entfielen neun falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner. Ein großer Teil des Falschgelds ist zudem leicht erkennbar: Die Banknoten hätten den Aufdruck „MovieMoney“ oder „Prop copy“, bei einigen sei der Aufdruck „MovieMoney“ überdeckt und durch die Imitation einer Unterschrift ersetzt worden.
Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz, warnte die Bundesbank. Sie empfiehlt daher, Banknoten selbst zu prüfen, und zwar nach dem Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ (s. Kasten rechts). Auch Münzen werden gefälscht: Aus dem Verkehr gezogen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 131 300 Münzen, das waren rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Einige Unternehmen hätten über Jahre verdächtige Münzen eingesammelt und sie 2024 bei der Bundesbank eingereicht, so eine Erklärung. Zudem seien verstärkt Zwei-Euro-Münzen in den Zahlungsverkehr eingeschleust worden.
Die Bundesbank empfiehlt hier den Magnettest: Der Mittelteil der Ein- und Zwei-Euro-Münzen ist leicht magnetisch – die gefälschten Münzen entweder gar nicht oder stark. Bei ihnen ist häufig auch das Material des Münzrings magnetisch.