Neue Runde im Streit um Pipeline

von Redaktion

Indigene Gruppen protestieren immer wieder gegen die Pipeline, die durch ihr Gebiet führen soll. © NICHOLAS KAMM, afp

Washington – Der Bau der umstrittenen Ölpipeline Keystone XL von Kanada in die USA soll nach Ansicht des US-Präsidenten Donald Trump wieder aufgenommen werden. Das Projekt sei von der „inkompetenten“ Regierung seines Vorgängers Joe Biden „bösartig“ aufgegeben worden, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die kanadische Betreiberfirma TC Energy solle „nach Amerika zurückkehren“ und die Pipeline „jetzt“ bauen, forderte der amtierende US-Präsident.

Die Trump-Regierung sei nun „ganz anders“, schrieb Trump weiter und versprach „erleichterte Genehmigungen“ und einen „fast sofortigen“ Baubeginn. Wenn TC Energy nicht dazu bereit sei, könne ein anderes Unternehmen den Bau übernehmen. Die Betreiberfirma hatte das Projekt im Juni 2021 aufgegeben.

Bei dem seit 2008 verfolgten Projekt handelt es sich um eine Erweiterung der Keystone-Pipeline, die Rohöl von Kanada in die USA transportiert. Die Ergänzung würde Öl aus den Teersandvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta in den US-Bundesstaat Nebraska bringen. Von dort würde es über bereits existierende Systeme zu Raffinerien in Texas transportiert.

TC Energy hatte argumentiert, dass die Lieferung großer Ölmengen aus dem benachbarten Kanada die Abhängigkeit Washingtons von den USA weniger freundlich gesinnten Staaten verringern würde. Umweltschützer warnten allerdings immer wieder vor katastrophalen Folgen möglicher Lecks in der Pipeline. Auch indigene Gruppen, deren Territorien die fast 2000 Kilometer lange Pipeline durchqueren sollte, machten regelmäßig dagegen mobil.

US-Präsident Barack Obama stoppte das Projekt 2015 aus Umwelt- und Klimaschutzgründen, 2017 nahm Trump es nach seinem ersten Wahlsieg wieder auf. Biden widerrief im Januar 2021 an seinem ersten Tag im Amt per Dekret die Genehmigung für die Pipeline.

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