Peking – Trotz eskalierendem Handelsstreit mit den USA hat sich die Volksrepublik China für das laufende Jahr ein ehrgeiziges Wirtschaftswachstumsziel von rund fünf Prozent gesetzt. Ministerpräsident Li Qiang erklärte in seiner Rede zum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses zudem, dass China eine Erhöhung des Haushaltsdefizits plane. Zudem visiert Peking demnach für 2025 die Schaffung von zwölf Millionen zusätzlichen Arbeitsplätzen in den Städten des Landes sowie eine Inflationsrate von zwei Prozent an.
China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, hat seit Beginn der Corona-Pandemie mit wirtschaftlichen Turbulenzen zu kämpfen. Negativ wirken sich unter anderem eine schwächelnde Binnennachfrage und eine anhaltende Schuldenkrise im riesigen Immobiliensektor des Landes aus. Massive Belastungen der chinesischen Wirtschaft werden auch durch die von US-Präsident Donald Trump verhängten zusätzlichen Zölle auf Einfuhren aus China erwartet.
Das Haushaltsdefizit soll Li zufolge um einen Prozentpunkt auf vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes wachsen. Analysten zufolge wird dieser Anstieg dem Land mehr Spielraum bei der Bewältigung des Wirtschaftsabschwungs geben.
Einem Arbeitsbericht zufolge soll die Nachfrage im Inland zum „Motor und Anker“ des Wachstums gemacht werden. Peking solle „schneller handeln, um die ungenügende Inlandsnachfrage, besonders den unzureichenden Konsum, anzugehen“. Peking gab überdies einen geplanten Anstieg der Verteidigungsausgaben bekannt. Im laufenden Jahr sollen sie um 7,2 Prozent anwachsen. Chinas Wachstumsziel sei „hart, aber möglich“, erklärte Dylan Loh von der Nanyang University in Singapur.