US-Börsen gehen in die Knie

von Redaktion

Rüstungs-Rally in Deutschland geht weiter

München – Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Donald Trump mit seinen Ankündigungen die Aktienmärkte noch befeuert, inzwischen sind die Börsen wieder auf Talfahrt: Mit dem Dow Jones geht es an der Wall Street seit Tagen tendenziell bergab. Und seitdem klar ist, dass es Trump mit den Zöllen ernst meint, schwindet bei Anlegern die Hoffnung, dass es doch nicht ganz so schlimm kommt – in der Folge hat sich der Abwärtstrend weiter beschleunigt. Gestern lag der Dow Jones bereits kurze Zeit nach Öffnung der Börsen zeitweise 1,5 Prozent im Minus.

Noch heftiger sind die Ausschläge an der Technologie-Börse Nasdaq: Nach dem steilen Anstieg nach Trumps Wahl sind die Kurse inzwischen wieder komplett aufgezehrt. Gestern verlor der Tech-Index zunächst weitere 1,2 Prozent.

„Die Börsen sind politisch getrieben wie lange nicht“, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. „Und mit der Dominanz politischer Themen steigt die Volatilität an.“ Der Handelskrieg sei in vollem Gange und die Gefahr groß, dass es am Ende nur Verlierer gebe, so Altmann.

Auch der Kurs des Dollar ist am Dienstag infolge der Einführung neuer US-Zölle gesunken. Gegen Mittag wurde die US-Währung in London im Vergleich zum Euro 0,32 Prozent niedriger gehandelt als zu Handelsbeginn. Bei früheren Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump hatte der Dollar jeweils zum Höhenflug angesetzt. Doch die potenziell positive Wirkung der Zölle auf den Dollar hänge von einem „starken Wachstum der US-Wirtschaft ab“, erklärte Commerzbank-Analyst Michael Pfister. „Zunehmende Inflationsrisiken aufgrund der Zölle“ und weitere negative Effekte für die US-Wirtschaft überwögen nun jedoch.

Die Sorgen wegen der Folgen der US-Handelspolitik und eine wahrscheinliche Ausweitung der Öl-Fördermenge haben gestern auch den Ölpreis weiter fallen lassen. Gegen Mittag kostete ein Barrel (119 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 70,58 Dollar (knapp 67 Euro) – der niedrigste Preis seit Oktober 2024.

Ganz anders ist dagegen die Lage im europäischen Rüstungssektor: Hier ging die Rekordjagd gestern weiter. Im Dax erreichte Rheinmetall mit 1201 Euro einen weiteren Höchststand, auch wenn sich hier nach der Verzwölffachung seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine vor drei Jahren nicht mehr so viel tat wie in anderen Werten. Hensoldt etwa schossen alleine seit Freitagabend bis zu 43 Prozent nach oben auf einen Höchststand von gut 75 Euro.
SH/DPA/AFP

Artikel 7 von 11